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2018-06-20
Am zugewucherten Ufer am Gewerbegebiet vorbei und über einen ebensolchen Wiesenweg am Ortsrand erreichte ich nach 2,2 km den Hauptweg.
Ein letzter Blick zurück ins Siegtal und steil aufwärts ging es in den Wald auf einem vielversprechenden Pfad.
Doch oben angekommen mündete der herrlich Pfad auf diesen Forstweg.
Der Weg blieb fest, aber der Wald öffnete sich und gab die Sicht frei in die herrliche Umgebung.
Wald- und Feldwege wechselten sich ab, aber beim Untergrund gab es leider keinerlei Abwechslung.
Ja, und dann ist es passiert. Nach einer Stunde Schotterlaufen hat mich dieser Pfad dermaßen angezogen, dass ich die Wegmarkierung missverstanden habe und auf Abwege geraten bin. Der Fingerhut und weiche Boden haben mich magisch angezogen.
Ein Blick von meinem Pfad in die Umgebung, aber da wir mir schon klar, dass es hier nicht weiterging.
Also zurück auf den Schotter.
Aber wenigstens blieb die Aussicht schön.
Für Wanderer, die genug vom Schotter hatten, gab es einen Abzweig vom Natursteig zum Bahnhof nach Betzdorf;-)
Der Hauptweg verlief jetzt zum größten Teil parallel zum Druidensteig.
Oberhalb von Dauersberg gab es einen wunderschönen Ausblick nebst geräumigem Rastplatz. Gelegenheit für eine kurze Verschnaufpause. Schließlich sollte es zum Steinerother Kopf noch einmal ordentlich bergauf gehen.
Auf dem Weg dorthin wurde die Ortschaft Steineroth mit der schönen St. Petrus Kirche aus Naturstein durchquert, bevor es durch Wald über die allgegenwärtigen Schotterwege zum Abstecher zum Aussichtspunkt Steinerother Kopf ging.
Am Ortsrand von Molzhain entlang ging es jetzt Richtung Dickendorfer Mühle.
Zum erstenmal heute führte der Weg vom Schotter- auf einen Wiesenweg. Welche Wohltat.
Die idyllisch gelegene Mühle lag verlassen da. Hier soll es besonders leckeren Kuchen geben. Aber nicht für mich. Nur am Wochenende wird man hier bewirtet. Viele lauschige Schattenplätzchen gibt es um den Teich herum.

In einem großen Bogen führte der Weg um den Ort Molzhain herum und bot immer wieder herrliche Aussichten.
Dann ging es lange weiter auf befestigten Forstwegen durch den Wald. Diese Sonnenanbeterin war da direkt schon eine willkommene Abwechslung. Sie stierte mich bewegungslos an. Ich wollte ihr aber nicht zu nahe treten, eine Blindschleiche war es sicherlich nicht.
Ab diesem Umspannwerk änderte sich der Weg allmählich. Kurz vor Alsdorf wurde es tatsächlich noch pfadig.
Von hier aus hatte ich über das Steinebachtal einen schönen Blick auf den Wald auf der anderes Seite. Für mich Laien sah der sehr gesund aus. Ein toller Anblick, die hohen Fichten und das satte Grün unter blauem Himmel.
Bald war der Ortsrand von Alsdorf erreicht.
Jetzt war es nicht mehr weit bis zum Abzweig zum kurzen Zuweg zum Bahnhof Alsdorf.

Es gab weder auf dem Bahnsteig noch im Zug einen Automaten. Sie nahm mich einfach mit zum Zugführer, öffnete die Tür zu seiner Kabine und entrichtete den Fahrpreis. Der Fahrer ließ während der Fahrt seine Kurbel los und betätigte seinen Fahrscheincomputer. Muss man alles mal mitgemacht haben.
Fazit dieser Etappe: Da der Weg fast ausschließlich über befestigte Forst- und Schotterwege führte, hat er meiner Meinung nach die Bezeichnung Natursteig nicht verdient. Die herrliche Landschaft und die vielen schönen Aussichten machten das für mich leider nicht wett, weil doch ein bitterer Nachgeschmack bleibt. Vielleicht lag es auch an dem Gegensatz zur tollen Wegführung vom Tag zuvor.
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Nachtrag vom Juni 2018
Es ist vollbracht, alle momentan noch 14 Etappen des Natursteig Sieg habe ich seit September 2016 zurückgelegt. Einschließlich der Zuwege von und zu den Bahnhöfen waren das immerhin 240 km. Mein persönliches Resümee siehe Etappe 14.