2018-08-16
Heute war für den ganzen Tag strahlender Sonnenschein und blauer Himmel angekündigt. Das sollte sich auch in den kommenden Tagen nicht ändern. Um 7 Uhr erschien die Sonne über den Bergen, als ich vom Balkon aus das Wetter prüfte. Die Mutter-Kind-Weide vor dem Haus bot ein harmonisches Bild, als ich mich nach ausgiebigem Frühstück um kurz vor 9 Uhr auf den Weg zu meiner 2. Etappe machte. Wie praktisch, dass unsere Ferienwohnung direkt auf dem Wanderweg liegt.
Bald ging es zügig bergauf, für heute stand ja schließlich der höchste Berg von NRW auf dem Programm.
Nach 1 1/2 Stunden erreichte ich nach dem Unteren und Oberen Burbecker Platz eine Heidelandschaft mit noch genießbaren Blaubeeren und kurz darauf den Gipfel.

Gipfel hat hier eine andere Bedeutung, man müsste besser sagen höchster Punkt, denn der liegt mitten im Wald ohne jeden Fernblick. Der 843,1 m hohe Langenberg liegt 5 m vor der hessischen Grenze.

Die Hochheide ist durch massive menschliche Eingriffe in früheren Jahrhunderten der notleidenden Bevölkerung in die Natur entstanden. Auch heute würde sich der Wald das Gebiet zurückerobern, würde nicht mit hohem Kostenaufwand die Heidelandschaft gepflegt werden.
Ich habe sehr viele Fotos geschossen, zwischen denen ich mich nicht entscheiden konnte. Ich habe sie hier nur klein eingestellt, jedes einzelne kann durch Klick vergrößert werden.
Durch die Heidelandschaft ging es weiter zum an der Kante eines Steinbruchs gelegenen Clemensberg. Ein Gelübdekreuz erinnert an einen Soldaten, der in aussichtsloser Lage in Italien gelobte, bei glücklicher Heimkehr ein Kreuz auf den Clemensber zu tragen. 1946 hat er sein Gelübde wahr gemacht.

Am Ostrand des Naturschutzgebietes traf ich wieder auf die Landesgrenze mit historischen Grenzsteinen.
Dann hieß es Abschied nehmen von der Hochheide, es ging abwärts durch Wald hinunter in den 610 m hoch gelegenen Ort Hildfeld.
Auch wenn die Temperaturen längst nicht so hoch waren, wie ich es im Rheinland erlebt hatte, auch hier mussten die Bauern zufüttern. Auf den Weiden wurde das Vieh nicht ausreichend versorgt. Von Hildfeld hat man einen guten Blick auf den Steinbruch und Clemensberg.

Über einen schmalen Fußpfad gelangte ich zum Rastplatz Entenwiese mit großer Hütte.
Jetzt näherte ich mich Elkeringhausen, meinem heutigen Etappenziel. Auf dem Weg dorthin gab es noch viel zu lesen und Geschichtsträchtiges zu erfahren. Besonders beeindruckt hat mich der alte Kirchweg, der heute mein Wanderweg werden sollte. Jahrhundertelang sind die Bewohner von Elkeringhausen steil bergan zur Kirche nach Grönebach gegangen, und das nicht nur sonntags. Auch ihre Toten haben sie auf den Grönebacher Friedhof begraben. Ich konnte es kaum glauben und war froh, dass ich den steilen Weg nur hinunter musste.
Ein Elkeringhausen angekommen, wartete mein privates Taxi schon an der Kirche auf mich. Hier war kein Wegkommen mit einem Bus möglich.
Diese Tour war von Anfang bis Ende ein Hochgenuss. Mir war schon heute klar, dass diese Tour nicht zu toppen sein würde.
weiter