DSC09229






















2018-08-16


Heute war für den ganzen Tag strahlender Sonnenschein und blauer Himmel angekündigt. Das sollte sich auch in den kommenden Tagen nicht ändern. Um 7 Uhr erschien die Sonne über den Bergen, als ich vom Balkon aus das Wetter prüfte. Die Mutter-Kind-Weide vor dem Haus bot ein harmonisches Bild, als ich mich nach ausgiebigem Frühstück um kurz vor 9 Uhr auf den Weg zu meiner 2. Etappe machte. Wie praktisch, dass unsere Ferienwohnung direkt auf dem Wanderweg liegt.  

DSC09454DSC09561
DSC09156
Ein letztes Winken hinauf zum Balkon und los ging es. Ein schmaler Pfad zwischen den Weiden führte über die Ruhr, die ganz in der Nähe entspringt und hier nur ein dünnes Rinnsal ist, durch Niedersfeld hindurch und auf der anderen Seite in den Wald hinein.

Bald ging es zügig bergauf, für heute stand ja schließlich der höchste Berg von NRW auf dem Programm.


DSC09174DSC09177
DSC09169DSC09184
Nach 1 1/2 Stunden erreichte ich nach dem Unteren und Oberen Burbecker Platz eine Heidelandschaft mit noch genießbaren Blaubeeren und kurz darauf den Gipfel.

collage1
Gipfel hat hier eine andere Bedeutung, man müsste besser sagen höchster Punkt, denn der liegt mitten im Wald ohne jeden Fernblick. Der 843,1 m hohe Langenberg liegt 5 m vor der hessischen Grenze.
collage2
DSC09201Kaum 3 km von hier entfernt gelangte ich über urige Wurzelpfade in die schönste und größte Hochheide Deutschlands (Naturschutzgebiet Neuer Hagen). Ich muss zugeben, ich war vom Anblick erschlagen. Leuchtendes Heidekraut, Krüppelkiefern, gebeugte Birken und buckelige Ebereschen soweit das Auge reichte. Auf einem 4 km langen Rundweg (ich bin barfuß gegangen) von der sehr schön gelegenen Niedersfelder Hütte aus kann man sich ewig aufhalten und Seele baumeln lassen. Dazu Sonnenschein und blauer Himmel - Genuss pur.

Die Hochheide ist durch massive menschliche Eingriffe in früheren Jahrhunderten der notleidenden Bevölkerung in die Natur entstanden. Auch heute würde sich der Wald das Gebiet zurückerobern, würde nicht mit hohem Kostenaufwand die Heidelandschaft gepflegt werden.

Ich habe sehr viele Fotos geschossen, zwischen denen ich mich nicht entscheiden konnte. Ich habe sie hier nur klein eingestellt, jedes einzelne kann durch Klick vergrößert werden.

DSC09203DSC09206DSC09207
DSC09210DSC09216DSC09217
DSC09218DSC09220DSC09228
DSC09231DSC09230DSC09213
Durch die Heidelandschaft ging es weiter zum an der Kante eines Steinbruchs gelegenen Clemensberg. Ein Gelübdekreuz erinnert an einen Soldaten, der in aussichtsloser Lage in Italien gelobte, bei glücklicher Heimkehr ein Kreuz auf den Clemensber zu tragen. 1946 hat er sein Gelübde wahr gemacht.

collage3
Am Ostrand des Naturschutzgebietes traf ich wieder auf die Landesgrenze mit historischen Grenzsteinen.

DSC09252DSC09253
DSC09266DSC09269
Dann hieß es Abschied nehmen von der Hochheide, es ging abwärts durch Wald hinunter in den 610 m hoch gelegenen Ort Hildfeld.

DSC09274DSC09278
Auch wenn die Temperaturen längst nicht so hoch waren, wie ich es im Rheinland erlebt hatte, auch hier mussten die Bauern zufüttern. Auf den Weiden wurde das Vieh nicht ausreichend versorgt. Von Hildfeld hat man einen guten Blick auf den Steinbruch und Clemensberg.

DSC09279DSC09280














Das schmucke Hildfeld (althochdeutsch: hiltfelde = Dorf am Hang) macht seinem Namen alle Ehre. Über einen sehr steilen Dorfpfad gelangte ich auf den Hang oberhalb des Ortes. Hildfeld und Nachbarort Grönebach wurden gestreift, bevor es wieder in den Wald hinein ging.

DSC09281DSC09282
DSC09285DSC09286
DSC09288DSC09290
DSC09292DSC09293
collage4
DSC09302DSC09304
DSC09309DSC09310
Über einen schmalen Fußpfad gelangte ich zum Rastplatz Entenwiese mit großer Hütte.

DSC09315DSC09313
Jetzt näherte ich mich Elkeringhausen, meinem heutigen Etappenziel. Auf dem Weg dorthin gab es noch viel zu lesen und Geschichtsträchtiges zu erfahren. Besonders beeindruckt hat mich der alte Kirchweg, der heute mein Wanderweg werden sollte. Jahrhundertelang sind die Bewohner von Elkeringhausen steil bergan zur Kirche nach Grönebach gegangen, und das nicht nur sonntags. Auch ihre Toten haben sie auf den Grönebacher Friedhof begraben. Ich konnte es kaum glauben und war froh, dass ich den steilen Weg nur hinunter musste.

DSC09318DSC09320DSC09323
DSC09325DSC09327DSC09330
DSC09331DSC09333DSC09335
Ein Elkeringhausen angekommen, wartete mein privates Taxi schon an der Kirche auf mich. Hier war kein Wegkommen mit einem Bus möglich.

Diese Tour war von Anfang bis Ende ein Hochgenuss. Mir war schon heute klar, dass diese Tour nicht zu toppen sein würde.


                                                               weiter