
2025-11-12
Ich hatte mal wieder das perfekte Wetter für meine Wanderung erwischt. Bevor der November endgültig grau wird und die Bäume ihre letzte goldene Blätterpracht fallen lassen, musste ich raus. Ziel: Die Entdeckerschleife "Romantisches Düsseltal" bei Haan-Gruiten (P+R am S-Bahnhof). Sie ist eine von 17 Rundwanderwegen, die den rund 240 km langen neanderland STEIG ergänzen und sich ideal als Halbtages- oder Tagestouren eignen. Wieder war Aaron mein bewährter Wanderbegleiter. Hier geht es zum Track.
Nach einem kurzen Zuweg starteten wir gegen den Uhrzeigersinn in den Rundweg. Aaron war sofort im "Stöckchen-Alarm"-Modus und bot mir den ersten Fund stolz an. Ich musste den armen Kerl aber enttäuschen. Heute hieß es: Wandern, nicht werfen! Die Schilder im Naturschutzgebiet waren da unmissverständlich – Leine anlegen. Zum Glück startete die Tour sofort mit den schönsten, schmalen Pfaden, die genau meinen Wandergeschmack trafen.




Vorbei am historischen Gut Ehlenbeck lugte auch schon die Gastwirtschaft "Zum kühlen Grunde" hervor. Die liegt perfekt für eine Schlusseinkehr, falls man die Runde andersherum startet. Für uns hieß es: Weiterwandern! Aber Stopp! Wer kann diesem überdimensionalen Holzstuhl widerstehen? Ein Selfie mit Aaron musste einfach sein. Die Bücher der Waldbibliothek habe ich lieber da gelassen – mein Rucksack war zu klein.

Die Düssel war bald rechts von uns zu entdecken. Der Weg war allerdings nicht gerade naturnah. Wie mir ein Wanderer erklärte, stand das Tal beim Jahrhunderthochwasser 2021 unter Wasser und die Wege mussten aufwändig befestigt werden. Jetzt weiß ich, warum die Natur hier eine Extraportion Stabilität brauchte.
Die Reste eines historischen Kalkofens aus dem 19. Jh. erinnern daran, dass lange Zeit hier Kalkabbau betrieben wurde. Dieser war ein wichtiger Rohstoff für die Bauindustrie und wurde in der Region in großen Mengen benötigt. Aaron muss natürlich probieren, wie die Düssel schmeckt.


Die malerische Winkels Mühle ist leider nur noch aus der Ferne zu bewundern – das imposante Tor machte klar: Privatbesitz. Genau wie die Mühle wollte ich Abstand, und zwar von der großen Wandergruppe, die gerade vor uns war! Wir legten einen Zahn zu und huschten vorbei. Der anschließende Bohlenweg war dann reiner Genuss – Ruhe, Holzplanken, Bach und Wald. Perfekt!







Die Sonne meinte es wirklich gut mit mir und brachte das Herbstlaub zum leuchten. Weiter ging es auf der anderen Uferseite leicht bergauf.




Überall gab es Hingucker wie dieses schmucke Fachwerkhaus in Diepensiepen mit dem wunderschönen Teich, der übrigens einmal ein Stausee war. Das Wehr, bzw. die Reste davon kann man noch in der Düssel erkennen. Durch das Stauwehr wurde das Wasser in ein Grabensystem umgeleitet, von dem aus die umliegenden Wiesen bewässert wurden.





Ich konnte mich an der Auenlandschaft nicht sattsehen. Ich glaube, ich hätte keinen günstigeren Tag für meine Wanderung wählen können.

Jetzt wurde es zivilisiert. Wir näherten uns dem Neandertalmuseum – und damit endete die Idylle jäh! Laubbläser-Terror! Warum muss man das wunderschöne raschelnde Herbstlaub wegpusten.


Immerhin gab es hier noch etwas Kunst in der Natur als Trost. Aber ganz ehrlich: Gegen Natur pur ist keine Installation der Welt ein Ersatz!
Ich ließ das Museum, das den Wendepunkt dieser Wanderung bildete, nebst Spielplätzen und Parkplatz rechts liegen und machte mich auf den Rückweg.


Die Wisente im Wildgehege waren nochmal ein schöner Anblick, allerdings leider nur aus der Ferne.


Danach führte der Weg entlang der Bahnstrecke zurück zum Ausgangspunkt.


Auch hier gab es noch ein paar Schlenker hinein in Felder und Wiesen.


Wenn die Landschaft Wellen schlägt.


Vier Stunden und 13 km voller Lichtblicke und Natur-Genuss lagen hinter uns. Obwohl der Rückweg nicht ganz mit dem magischen Düsseltal mithalten konnte, war das Leuchten der Herbstfarben auf der gesamten Tour reine Therapie. Jetzt ging es mit vollem Glücksspeicher (und einem müden Aaron) zufrieden nach Hause.Ein perfekter halber Wandertag, der nach Wiederholung schreit!