2015-04-26
Das war einmal eine ganz andere Art Ausflug, den wir an diesem regnerischen Sonntag unternahmen. Hans hatte beim Zeitunglesen ein paar Tage zuvor von dieser Veranstaltung erfahren und war sofort Feuer und Flamme. 82 Kölner Künster sollten an zwei Tagen ihre Ateliers öffnen. Nun war es nicht die Kunst an sich, die Hans so interessierte, sondern die Ankündigung von Ausstellungen in Hinterhöfen, verwinkelten Kellerräumen und Künstlerwohnungen. Das Flair genießen, mal hinter die Kulissen schauen und die Künstler in ihrem Arbeitsumfeld oder auch in ihren Wohnungen kennen lernen - familiäre Atmosphäre und freundlicher Empfang garantiert. Der Kölner Süden - ein Zentrum für Kreative: Maler, Zeichner, Grafiker, Fotografen, Bildhauer, Kunsthandwerker, Designer und Musiker! Das versprach das Programm und wir stellten fest, dass wir Köln von dieser Seite noch gar nicht kannten. Nachdem wir endlich einen Parkplatz gefunden hatten, machten wir uns auf die Suche nach den vorher ausgewählten Adressen. Bevor wir auf den ersten Künstler trafen, begeisterte uns schon der Gang durch die Straßen mit den alten und z.T. sehr schön renovierten Häusern des Veedels.
Obwohl es doch gerade noch ordentlich geregnet hatte, waren die vielen kleinen Straßencafés gut besucht und eine Gruppe Senioren traf sich mit allerlei mitgebrachten Leckereien zum nachbarschaftlichen Boulespiel.
An allen Künstleradressen, die wir aufsuchten, wurden wir nicht nur aufs Herzlichste empfangen, sondern auch sofort umfassend informiert, einbezogen und durch die eigenen Kunstschätze geführt. Es war eine ganz besondere Atmosphäre, wie man sie vielleicht nur in Köln vorfindet.
Was mir am besten gefallen hat waren die Künstler, die uns ihre Privatwohnungen geöffnet haben, die gleichzeitig auch ihre Ateliers waren. Die Warmherzigkeit, der Stolz auf die eigene Arbeit und die Gastfreundschaft haben mich regelrecht ergriffen. Wenn ich da z.B an den Maler denke, der uns seinen Arbeitsplatz auf dem Balkon zum Hinterhof unter dem Kastanienbaum zeigte, dann ärgere ich mich nachträglich darüber, dass ich mich gescheut habe, auch dort Fotos zu machen. Ich denke, da muss ich noch an mir arbeiten, schließlich kann man ja fragen.
Ein Besuch, der sich gelohnt hat. Wir kommen auf jeden Fall nächstes Jahr wieder zu KÖLN SÜD offen!