Von Kornelimünster nach Roetgen - 14 km
2014-04-12
Es war endlich mal wieder soweit. Für drei Tage fuhr ich zu Christa nach Ostbelgien, um mit ihr tolle Wandertage zu verbringen. Ihr Mann Roger stand Gewehr bei Fuß, um uns zu bringen, zu holen und alles zu tun, um uns unbeschwertes Wanderglück zu ermöglichen. Oh Christa, was geht es uns doch gut.
Nachdem die beiden mich morgens in Aachen vom Bahnhof abgeholt hatten, sollte es sofort mit der 1. Etappe des Eifelsteigs losgehen. Diesen Fernwanderweg von insgesamt 313 km hatten wir uns als Großprojekt für die nächsten Jahre vorgenommen.
Die 1. Etappe liegt ganz in der Nähe des Wohnortes Raeren von Christa und Roger. Die Fahrt dorthin war also schnell bewältigt und bald standen wir am Startpunkt und selbstverständlich stiegen auch wir in die steinernen Wanderschuhe für das obligatorische Spassfoto.
Der historische Ortskern von Kornelimünster ist sicher noch mal einen ausführlicheren Besuch wert. Der kleine Ort in der Voreifel liegt am Fluss Inde und gilt als der malerischste Stadtteil von Aachen. Wir hielten uns heute nicht allzu lange auf, schließlich hatten wir uns ja noch einiges vorgenommen. Obwohl - diese erste Etappe gilt als ideal zum Einlaufen, da sie "nur" 14 km lang ist und nicht anstrengend sein soll. Nun, wir werden sehen.
An der Inde entlang verließen wir Kornelimünster. Einige große Steinbrocken im Wasser entpuppten sich bei näherem Hinsehen als eine historische Bachüberquerung.
Weiter ging es durchs Tal der Inde. Über die blühenden Wiesen hinweg konnten wir immer wieder einen Blick auf die Vennbahn werfen.
Die Vennbahn ist eine Bahntrasse, die früher Aachen mit Luxemburg verband. Inzwischen ist sie längst stillgelegt und mit einer Länge von 125 km eine der längsten Bahntrassenradwege Europas und führt durch Deutschland, Belgien und Luxemburg.
Passt Christas neuer Rucksack nicht hervorragend in diesen Frühlingswald?
Unter dem Viadukt hindurch ging es bald steil bergauf zur stillgelegten Vennbahn. Dieser Aufstieg sieht zwar wunderschön aus, verlangte uns aber einiges ab.
In der Ortschaft Hahn gefielen uns die typischen Häuser, die mit den Steinen aus den nahegelegenen Steinbrüchen erbaut wurden.
Stillgelegt war nicht nur die Vennbahn, sondern auch die Kalkbrennöfen, die wir nahe der Ortschaft Walheim im Wald vorfanden.
Sie und die riesigen Steinbrüche sind Zeitzeugen für die industrielle Nutzung des Kalksteins im Walheimer Raum.
Es gab in der Umgebung noch viele ortstypische Kalksteinhäuser zu bewundern.
Aber nicht nur das. Mir als Hundebesitzerin gefiel diese positive und kreative Hundekotbeutelwerbung ausgesprochen gut. Warum diese leidige Angelegenheit nicht mal von dieser Warte aus betrachten?
Auf dieser "Sonnenbank" hielten wir unsere Mittagsrast.
Frisch gestärkt ging es durch herrliche Landschaft...
...die sich ganz allmählich änderte.
Sie wurde offener und immer mehr Birken beherrschten das Bild.
Wir waren im Naturschutzgebiet Struffelt angekommen. Für mich der absolute Höhepunkt dieser Etappe.
Über einen 600 Meter langen Bohlensteg überquerten wir das Moor. Es war einfach herrlich.
Nach der Moordurchquerung ging es auf festen Waldwegen zur Dreilägertalsperre. Leider haben wir nicht erfahren können, wie die Talsperre zu diesem Namen kam.
Danach führte ein sehr steiler Pfad zwischen Bäumen hindurch von diesem Aussichtspunkt hinunter ins Tal. Der Abstieg war so steil, dass wir auf jeden Schritt achten mussten und ich total vergaß, unseren Abgang fotografisch festzuhalten.
Weiter ging es über herrliche Wiesen- und Waldwege allmählich unserem Ziel entgegen. Die vorherrschenden Farben waren hellgrün und das Weiß von Buschwindröschen und Schlehenhecken.
Der Kirchturm von Roetgen war in der Ferne schon gut zu erkennen. Über einen Pfad neben der Vennbahntrasse erreichten wir bald das Ziel in Roetgen, wo der gute Roger mit unserem "Taxi" schon auf uns wartete.
Diese Etappe war sehr gut markiert und wir sind immer auf dem rechten Weg geblieben. Daher waren wir doch einigermaßen verdattert, dass wir die Überreste des Westwalls, der zwischen Dreilägertalsperre und Roetgen mit seinen Betonsperren doch eigentlich nicht zu übersehen sein dürften, einfach nicht entdeckt hatten. Deshalb hier nur ein "geliehenes" Foto.
Am Ende dieses ersten Wandertages hatte Roger nach einem leckeren Essen mit Spargel und Lachs noch einen kleinen Stadtbummel durch Aachen für uns vorgesehen. Schließlich wird hier der 1200. Todestag Karls des Großen gefeiert. 2014 ist in Aachen "Karlsjahr" und überall erinnern Ausstellungen an den Frankenkaiser. Ein toller Abschluss für einen herrlichen Tag.
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