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2016-06-26


Ein wahrer Geheimtipp! Lange versteckte Traumpassagen weit abseits der Hauptwanderwege, viele tolle Aussichten und spannende Wegführungen prägen diese Tour. Der Pfadanteil liegt bei ca. 60%.
Wanderherz was willst du mehr...

So hat "Mr. Pfade" seinen Wandervorschlag veröffentlicht. Ich bin immer wieder dankbar dafür, dass so viele Wanderer ihre Touren mit Gleichgesinnten im Internet teilen. Diesen 17,6 km langen Track habe ich aufgestöbert, als ich mich mal wieder für eine Fahrt nach Ostbelgien zur Wanderfreundin Christa vorbereitet habe. Da sie in Raeren wohnt, konnten wir uns diesmal eine Anfahrt ins Wandergebiet ersparen. Die Tour ist vom Autor so anschaulich und begeistert geschildert worden, dass dem eigentlich nichts hinzuzufügen ist, aber natürlich kann ich es nicht lassen, meine eigenen Erfahrungen einzubringen.

Nach dem vielen Regen der vergangenen Tage und Wochen schien heute mal die Sonne vom Himmel, als wir bei der Sankt Nikolaus Pfarrkirche in die Rundwanderung einstiegen.

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Sofort waren wir mitten in der großen Wiesen- und Heckenlandschaft, für die Raeren bekannt ist. Die Fußpfade sind zum großen Teil asphaltiert, damit man früher auch bei feuchtem Wetter mit sauberen Schuhen sonntags in die Kirche kam. Auch heute noch werden sie gut gepflegt und dienen als Wander- und Spazierwege.

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Raeren besteht aus vielen verstreut liegenden Dörfern, die über die Pfade miteinander verbunden sind. Über sie entfernten wir uns immer mehr vom Ortskern mit seinem weit sichtbaren Kirchturm.

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Der alte stillgelegte Raerener Bahnhof steht mit seinen Stellwerken unter Denkmalschutz. Eigentlich soll er touristisch genutzt werde. Die Eisenbahnwaggons für die Verpflegung der reichlich vorbeifahrenden Radfahrer auf dem Vennradweg gleich nebenan stehen bereits. Aber scheinbar liegen die Pläne z. Zt. auf Eis.

Auf jeden Fall hat man von hier oben einen tollen Blick auf Raeren.


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Weiter ging es auf schmalen Pfaden, aber jetzt hinein in den Wald. Farne, so weit das Auge reicht, Christa verschwand fast darin. Am Steilufer einer Kiesgrube musste dann auch ich mal vor die Linse.

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Durch den Wald stießen wir auf die Vennradtrasse. Auf einem Trampelpfad liefen wir eine Weile parallel, genossen den Blick nach rechts und links und mussten dann doch noch ein Stück auf ihr entlang laufen.

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Aber dann gingen wir doch zum feuchteren Teil der Tour über. Mit einiger Mühe fanden wir nach links einen Pfad in den Wald hinein, der uns an kleineren Bächen entlang und auch hinüber führte. Wir waren für alle Querungshilfen dankbar.

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DSC09059Das war noch nicht die Inde, sondern nur ein Zufluss, aber wir waren auf dem Weg zu ihr. Bevor wir sie erreichten, überraschte uns ein Regenschauer. Einigermaßen geschützt unter den Bäumen beschlossen wir, hier in unsere Butterbrote zu beißen.
Nach dem kurzen Tusch von oben ging es unten feucht weiter. Bald standen wir vor der Inde, die wir an dieser Stelle überqueren, oder wie Mr. Pfade vorschlug, überspringen sollten. Dafür war sie uns aber zu breit und zu tief. Vielleicht hätten wir ja doch auf eine trockenere Wetterperiode warten sollen!

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Kurz entschlossen gingen wir am hiesigen Ufer entlang, bis wir auf eine ganz offizielle, sichere Brücke trafen. Bald darauf waren wir wieder auf unserem Track.

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Auf sehr schmalen Pfaden ging es jetzt lange an der Inde entlang. Es war herrlich. Wir kamen uns vor wie im Urwald.

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Erst als wir im Morast stecken zu bleiben drohten, trennten wir uns von unserem Track und suchten uns einen höher gelegenen Pfad, der uns wieder über die Vennbahn und Richtung Raeren führte. Bald waren wir wieder inmitten der Wiesen und kleinen Ortschaften.

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DSC09091Der Anblick dieser zwei Fahnen erinnerte uns daran, dass wir beide ja noch einen spannenden Fernsehabend vor uns hatten. Belgien und Deutschland spielten im Achtelfinale der Fussball-Europameisterschaft. Allerdings glücklicherweise nicht gegen- sondern nacheinander. Aber hier in der Grenzregion drückt man beiden Ländern die Daumen.

Zum Abschluss unserer Wanderung wichen wir noch geringfügig vom Track ab, Christa ist schließlich hier zu Hause und übernahm die Führung. Besonders interessant finde ich den "Katzekönkel". Das war die Stelle, an der früher die Raerener Fuhrleute mit ihren hoch mit Steinzeug beladenen Fuhrwerken in das Bachbett des Periolbaches einfuhren, um einen bequemeren Weg Richtung Burg Raeren zu haben. Durch die Staustufen wurde das Wasser verlangsamt.

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Etwas weiter gibt es auch noch eine fast 6 Meter hohe Steinbrücke, die den Fuhrleuten die Durchfahrt ermöglichte.

Haus Raeren, Haus Zahlepohl, wo man auch gut einkehren kann und natürlich die Burg Raeren mit ihrem berühmten Töpfereimuseum sind weitere Sehenswürdigkeiten, bei denen man sich längere Zeit aufhalten kann.

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Wir beobachteten zwei Wanderer, die nach ihrer Tour nicht nur ihre Schuhe, sondern auch gleich ihre Füße im Burggraben wuschen. Ob die beiden auch so einen tollen Wandertag hinter sich hatten wie wir?

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Zum Abschluß gab es noch einmal Wiesenwege, bevor wir uns vorbei am neu gestalteten Dorfplatz und dem Rathaus wieder Sankt Nikolaus näherten.

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Das Sahnehäubchen auf diesen wunderschönen Tag war natürlich, dass abends unsere beiden Mannschaften haushoch gewonnen haben.
   
© Familie Sudowe