DSC05830



2015-11-04


Nachdem ich in der letzten Woche so einen wunderschönen Wandertag an der Wupper genossen hatte, zog es mich heute erneut in diese Gegend. Das Wetter war immer noch toll und die bunten Blätter noch längst nicht alle gefallen, das wollte ich ausnutzen.

Wegzeichen Der Brezelwanderweg um Schloß Burg 
sollte es heute sein. Über ihn gibt es im Internet einige Wanderbeschreibungen nebst Tracks. Mal wird er mit 16,6 km, an anderer Stelle mit 19,4 km Länge angegeben. Es gibt Hinweise auf Abkürzungen und auch verschiedene Zuwege, so dass man sich eine individuelle Route zusammenstellen kann, wie ich es auch gemacht habe.

DSC05754
Ich entschied mich für den Start in Unterburg und parkte das Auto auf dem Parkplatz unterhalb der Seilbahn.

Am Denkmal des Brezelboten ging es passenderweise los. Der Kiepenkerl mit dem Weidenkorb voller Burger Brezeln - einer über 200 Jahre alten Spezialität von Burg an der Wupper - steht zwischen bergischen Fachwerkhäusern am Ufer des Eschbachs.



Am Eschbach entlang führte mich ein Zuweg zum eigentlichen Brezelwanderweg durch Unterburg hindurch. Unterwegs gab es immer wieder Information zur Geschichte und Wissenswertes über die Gegend. Besonders angetan hatte es mir die Bushaltestelle "Burger Bahnhof". Kaum vorstellbar, dass im 19. Jahrhundert  eine Dampfbahn namens "der feurige Elias" durch das schmale Eschbachtal gefahren ist, Güter transportiert und Ausflügler nach Schloss Burg befördert hat.

DSC05756DSC05759

DSC05761Auch die Erinnerung an den 16. März 1848 fand ich sehr spannend. Hier am Eschbach wurde sechs Jahre zuvor eine moderne Gussstahl-Scherenfabrik mit Namen "Brohltal" errichtet. Das führte aber zum Auftragsrückgang der vielen kleineren Schmieden und Schleifereien. Eine erregte Menge von Arbeitern rottete sich zusammen und erstürmte die Fabrik unter wildem Geschrei nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Das Werk brannte ab und wurde total zerstört. 1851 wurde eine neue Maschinenfabrik erbaut, die bis1930 produzierte.


Nach diesen Einblicken in die revolutionäre Vergangenheit wurde es aber Zeit, sich mit der Natur zu beschäftigen. Heute geht es im Eschbachtal auf jeden Fall ruhig und beschaulich zu.

DSC05762DSC05764

Mit der Beschaulichkeit war es aber bald vorbei. Der steil nach oben weisende Pfeil unter dem Wanderzeichen deutete es an. Es ging bergauf, aber richtig.

collage1

Der schmale Pfad, die raschelnden trockenen Blätter, der Duft des Herbstlaubes waren jede Anstrengung wert.

DSC05769DSC05770

DSC05771DSC05772

Bei der Ortschaft Westhausen kam ich aus dem Wald heraus und sah in der Ferne den Fernsehturm von Witzhelden. Hoffentlich bleibt uns der erhalten, er ist so ein markanter Punkt in der Landschaft.

DSC05774DSC05778

DSC05775

Dann begann der Abstieg ins Tal der Wupper.

DSC05781

Bei der im Winterschlaf liegenden Waldschenke Wiesenkotten überquerte ich die Wupper.

DSC05783DSC05784DSC05786DSC05788

Zum Hermann-Löns-Denkmal ging es wieder bergauf. Auch von hier hatte ich einen schönen Blick über den Herbstwald.
collage2
 Kurz bevor ich zur Sengbachtalsperre gelangte, hatte ich einen tollen Blick auf Schloß Burg.

DSC05812

Der Brezelwanderweg führt fast am gesamten östlichen Ufer der Sengbachtalsperre entlang, man gelangt aber nicht ans Wasser, sondern sieht den See nur zwischen den Bäumen schimmern.

collage3

Bei Höhrath ging es aus dem Wald heraus über einen Wiesenweg und wieder in den Wald hinein. Dort entschied ich mich für einen Abstecher zum Kriegerdenkmal. Der Turm beim Kriegerdenkmal lockte mich einfach auf Abwege.

DSC05822DSC05828

DSC05829

Das war eine gute Entscheidung, wie die Aussicht bald zeigte.

DSC05833DSC05835

Der Fernsehturm von Witzhelden und der Turm beim Kriegerdenkmal - zwei Türme von Angesicht zu Angesicht.

DSC05837

Auch an diesem tollen Blick auf Schloss Burg wäre ich ohne den Abstecher nicht vorbeigekommen.

DSC05836

Jetzt gelangte ich auch bald nach Oberburg und beschloss, noch eine Runde durch die Burganlage zu machen und die Wanderung danach zu beenden.

DSC05838DSC05839

Ums Schloss herum herrschte reges Treiben. Ein Handwerkermarkt hatte schon sehr viele Besucher angelockt. In den Cafés drum herum ließ man sich die Bergischen Waffeln schmecken.

DSC05842DSC05846

Ich verschmähte die bequeme Seilbahn und wählte den steilen Abgang durch das historische Unterburg.

DSC05853DSC05856

Nach 16,6 km gelangte ich wieder zum Parkplatz. Es war eine wunderschöne Runde, wenn ich sie auch etwas abgewandelt habe. 
 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

   
© Familie Sudowe