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2015-05-27

route2Heute sollte es besonders spannend werden. Der Trail würde nicht nur an Felswänden entlang und zwischen ihnen hindurch, sondern auch durch Höhlen gehen. Taschenlampen wurden im Reiseführer dringend empfohlen. Für die nicht immer sehr mutige Uli eine echte Herausforderung. Jordy blieb bei Hans, die Kraxelei und die vielen Treppen wollte ich ihm nicht zumuten, schließlich ist er nicht mehr so fit wie sein Frauchen.
Hans setzte uns wieder in Scheidgen ab, diesmal ging es aber in die andere Richtung. Es dauerte gar nicht lange und wir befanden uns wieder inmitten der tollen Felsenlandschaften. Wir waren von Neuem fasziniert von der Mischung aus dem noch frischen saftigen Grün der Laubbäume, den bizarren Felsformationen und dem lauten Vogelgezwitscher.

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In dieser Felsenhöhle soll Ende des 18. Jh. ein Einsiedler gelebt haben.
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Es gab so viel zu sehen, wie z. B. diese prähistorischen Schleifrillen am Fuß der Felsen. Der Sandstein wurde genutzt, um Steinwerkzeuge zu schleifen.

Und sehen diese Felsen nicht beeindruckend aus? Wir erkannten überall Monster mit riesigen furchterregenden Gebissen. Und wir schienen hier ganz allein unterwegs zu sein...



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DSC02729DSC02731Unsere Mittagspause hielten wir auf der Bank beim "Bildchen". Im Stamm einer alten hohlen Eiche wurde eine kleine Marienstatue platziert. Irgendjemand hat sogar ein Opfer dargebracht.

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Danach ging es wieder in den Wald und zu noch tolleren Felsformationen. Uli fühlte sich in den Film Avatar versetzt. Und sie hatte recht. Hier sah es aus wie auf dem Planeten Pandora. Wir hätten uns nicht gewundert, wenn Riesenvögel durch das Tal geflogen wären.

Wir wussten jetzt schon, dass dieser Wandertag nicht zu toppen sein würde, es war einfach grandios.



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Aber schließlich sollten die angekündigten Höhlen kommen. Ich entdeckte einen Felsspalt, wir holten unsere Taschenlampen heraus und gingen vorsichtig ins Dunkle. Schmale Treppen führten steil in die Tiefe. Es wurde immer enger und steiler. Das konnte doch kein Wanderweg sein. Hier unten findet uns doch kein Mensch, wenn etwas passiert. Ich dachte an den Höhlenforscher in Berchtesgaden, der vor einem Jahr mit knapper Not gerettet wurde und war drauf und dran, wieder umzukehren. Schließlich sind wir ja auch keine Höhlenforscher. Da kam eine Stimme von hinten: "da müssen wir jetzt durch". Wer hätte das von der ängstlichen Uli gedacht. Also vorsichtig weiter. Der Gang war so eng, dass wir die Rucksäcke abnehmen und seitlich gehen mussten, und wir sind ja nicht die Dicksten.

DSC02822DSC02824DSC02807Mutig schoben wir uns weiter, bis endlich ein Lichtschimmer und somit das Ende der Höhle zu erkennen war. Als wir wieder im Tageslicht standen, stellten wir fest, dass wir am eigentlichen Ausgang eingestiegen waren.


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Nach dieser ersten Mutprobe war kein Halten mehr, es wurde keine Treppe, kein Aussichtspunkt und kein noch so schmaler und dunkler Durchgang ausgelassen. Was für ein Weg!

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So kam es, dass wir erst um 17.30 Uhr (und lt. Garmin nach 22,6 km statt der angegebenen 16,6 km) am Wasserfall Schiessentümpel, dem Wahrzeichen der Kleinen Luxemburger Schweiz, ankamen.

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Trotz dieser besonderen Stelle hielten wir uns hier nicht länger auf, weil ich ein schlechtes Gewissen gegenüber Hans hatte, der sicher schon lange an der nahen Heringer Mühle auf uns wartete. Aber noch jemand anderer wartete dort auf uns, obwohl er schon seit zwei Stunden Feierabend hatte, und das war Robi. Die Heringer Mühle war ja im letzten Jahr ein Hauptschauplatz meiner Erlebnisse als Testwanderin und Robi hatte einen sehr großen Anteil daran, dass es so ein tolles Erlebnis war und ich unbedingt wiederkommen wollte. Ich hatte ihm drei Tage zuvor eine kurze SMS geschickt, dass ich vorbeigewandert kommen würde, aber nichts mehr von ihm gehört. War das eine Wiedersehensfreude. Robi ließ es sich nicht nehmen, Hans und Uli seine Mühle mit dem "Best of Wandern Testcenter" zu zeigen und uns mit Kaffee und frischgebackenem Zuckerkuchen zu bewirten. Sogar meinen im letzten Jahr vergessenen Rucksack hatte er noch griffbereit. Er wusste, dass ich wiederkommen würde. Uli bekam von ihm auch noch die Mullerthal-Trail-Anstecknadel verliehen.
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Diese herzliche Begegnung war nun wirklich noch die Krönung des auch so schon traumhaft schönen Tages. Danke Robi.