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von Monschau nach Einruhr - 26,8 km

2015-04-20


Jetzt war es soweit! Der Frühling war endlich da und ich hatte wieder Lust, nach einer langen Blog-Pause einen neuen Anlauf zu nehmen. Nicht, dass ich nur gefaulenzt hätte. Unternommen habe ich viel, aber die Schreibtischarbeit...

Für diese Tour mit Christa wäre es aber auch zu schade gewesen, sie nicht in Wort und Bild festzuhalten. Wie schon an anderer Stelle berichtet, haben wir beide uns ja den Eifelsteig in voller Länge vorgenommen, in Etappen natürlich, versteht sich ja schließlich bei einer Gesamtlänge von 313 km von selbst. Vorgeschlagen werden 15 Etappen zwischen 14 km und 29 km Länge. Das kann man so machen, muss man aber schließlich nicht, vor allen Dingen, wenn man auf den Luxus eines persönlichen Hol- und Bringservice zurückgreifen kann. Nachdem wir die ersten beiden Etappen bereits genossen hatten, stand uns jetzt eine besonders schöne, aber auch anspruchsvolle von über 26 km Länge bevor. Da wir Genuss- und keine Extremwandererinnen sind, das Wetter herrlich zu werden versprach, Christas Mann Roger zusagte, uns von überall wieder einzusammeln, beschlossen wir, uns für diesen Abschnitt zwei Tage Zeit zu nehmen.

Monschau - Widdau

Ich fuhr mit dem Zug von Leverkusen nach Aachen (passenderweise zwei Tage vor einem erneuten Bahnstreik), wo ich von Christa und Roger vom Bahnhof abgeholt wurde. Der Zug hatte Verspätung, Christa hatte ihre Wanderschuhe Zuhause in Raeren vergessen und so kamen wir erst um 11 Uhr in Monschau an. Machte aber nichts, wir wollten uns ja Zeit lassen.

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Ein Bummel durch den historischen Altstadtkern macht doch immer wieder Spaß, vor allem bei diesem Wetter. Jetzt brauchten wir nur noch unseren Einstieg zu finden. Er befindet sich in der Nähe des Marktes. Eine Steintreppe zwischen zwei Restaurants führte uns über das Rusejässje (= Rosengasse) auf einen schmalen Pfad über die Dächer von Monschau.




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Klar, dass es hier den ersten Aufenthalt mit Zwischenimbiss gab. Auch vom Kirberg ein Stück weiter gab es einen tollen Blick auf die Stadt.

Christa war ganz erstaunt, dass sie diesen Pfad noch gar nicht kannte, obwohl sie doch schon oft in Monschau war.

Die Kirchenglocken kündigten die Mittagszeit an, als wir uns endgültig von Monschau entfernten.


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Am "Wasserfall" namens Pauelse Weijerche vorbei ging es jetzt auf herrlich schmalen Pfaden weiter in die Höhe. Der Weg wurde geradezu alpin und führte an den großen Schieferformationen Teufelsley und Engelsley vorbei.

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Nach einigem Auf und Ab näherten wir uns dem Perlenbach. In ihm sollen Süßwassermuscheln zu finden sein. Die Suche danach ist aber aus Naturschutzgründen verboten. Am Bach entlang gelangten wir zum Perlenbachstausee. Und wieder waren wir froh, dass wir uns Zeit zum Genießen lassen konnten.

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Kurz vor dem Ende des Stausees führte der Eifelsteig uns Richtung Nationalpark-Tor in Monschau-Höfen. Vorher musste aber noch ein sehr steiler Berg erklommen werden. Der Torbogen markiert den Ortseingang von Höfen. Höfen ist nicht nur bekannt als Ausgangspunkt für Narzissenwanderungen, sondern auch für seinen Heckenweg.
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Eine Besonderheit der Region sind die z.T. baumhohen Rotbuchenhecken. Da sie im Winter ihr Laub behalten, schützen sie Haus und Hof vor den kalten Westwinden. Der Eifelsteig führte ein gutes Stück über den Heckenweg und bot herrliche Aussichten.

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Sogar ein paar Narzissen bekamen wir zu sehen. Jetzt wäre zwar gerade die richtige Zeit für einen Besuch der Narzissenwiesen im Perlenbachtal, aber wir hatten sie erst im letzten Jahr besichtigt und wollten nicht vom Eifelsteig abweichen.

Durch Felder und Weiden ging es jetzt auf einen Mischwald zu und wir trafen auf den munter plätschernden Kluckbach. Wir überquerten ihn und gelangten zu seiner Mündung in die Rur.


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Zwischen Rur und Kluckbach war wieder kraxeln angesagt. An einem imposanten Felsen vorbei führte der Weg steil bergauf. Am Aussichtspunkt Perdsley wurden wir für unsere Mühen mehr als belohnt.

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Danach ging es wieder bergab zur Rur. Bei der Brücke bei Widdau hatten wir unser heutiges Ziel erreicht. Hier wartete Roger schon auf dem Parkplatz auf uns und brachte uns zurück nach Raeren, dem Wohnort von Christa und Roger in Ostbelgien.


2015-04-21 Widdau - Einruhr

Frisch ausgeruht starteten wir diesmal schon um 9 Uhr. Von der Rurbrücke bei Widdau ging es über den Belgenbach und weiter an der Rur entlang wieder bergauf zu tollen Aussichten und weiter durch eine mit Moosen und Flechten bewachsene Felsenlandschaft, das Biotop Uhusley. Hier hatten die Felsen doch tatsächlich die Farbe von Christas Rucksack.

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DSC01783Die tollen Aussichten hörten einfach nicht auf. Nachdem wir noch einmal gehörig bergauf gestiegen waren, erreichten wir das weiße Kreuz. Von da an ging es bergab auf den Ort Hammer zu. Unten angekommen führte der Eifelsteig durch einen Campingplatz, über eine Rurbrücke und durch einen wunderschönen alten Hohlweg.

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Weiter ging es über herrliche Wiesenwege Richtung Dedenborn.

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Ich muss sagen, die Wiesenwege vor und über und hinter Dedenborn hatten es mit angetan. Der Blick ins Rurtal, das herrliche Wetter, die saftigen Wiesen, das war eine Landschaft zum verlieben.

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Zwischen den Häusern konnten wir in der Ferne unser Etappenziel erkennen, den Obersee bei Einruhr. Da kann man ja nun wirklich von unverbaubarem Fernblick sprechen.

Wir gingen weiter über am Hang liegende Wiesenwege und genossen unseren restlichen Weg in vollen Zügen.





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Über diesen Grasweg gelangten wir in den Wald und zum Aussichtspunkt Wolfsblick oberhalb des Sees. Von hier aus telefonierten wir nach unserem Taxi und schlenderten gemütlich in Einruhr ein.

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Wir hatten noch Zeit für eine kleine Ortsbesichtigung, bevor Roger eintraf.

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Nach einer kleinen Einkehr ging es wieder zurück nach Raeren und für mich später zum Bahnhof in Aachen, wo ich meinen Zug nach Leverkusen bestieg. Es waren zwei wunderschöne Wandertage mit Christa und wir waren froh, dass wir diese Etappe auf zwei Tage verteilt hatten.

   
© Familie Sudowe