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Von Bocklemünd nach Roggendorf/Thenhoven - 16 km
Koelnpfad


2014-07-17


Wer den Kölnpfad gehen möchte ist gut beraten, das Begleitbuch sorgfältig zu studieren und möglichst mitzunehmen. Ich habe schon öfter darauf hingewiesen und trotzdem ist es mir bei der letzten Etappe doch wieder passiert. Ich bin einfach den Wegmarkierungen gefolgt, ohne zur Straßenbahnhaltestelle Bocklemünd abzubiegen, dem Zielpunkt der 2. Etappe. Dadurch habe ich die Strecke durch Alt-Bocklemünd bereits bei der Etappe 2 vorweggenommen und bin eine Haltestelle später in die Bahn gestiegen.

Die Etappe 3 hat die Besonderheit, dass Manuel Andrack (bekannter Wanderer, Moderator, Autor) die Patenschaft für die Strecke übernommen hat. Er hat auch im Begleitbuch zum Kölnpfad die 16 km lange Strecke sehr amüsant beschrieben und sieht seine Aufgabe darin, als PR-Manager sein Patenkind anzupreisen und auf Kontrollgängen nach dem Rechten zu sehen. Na, schaun wir mal.

DSC04927Diesmal habe ich mich alleine auf den Weg gemacht. Es versprach wieder ein heißer Tag zu werden und das wollte ich meinem Hund nicht antun. Ich glaube, es war auch das erste Mal, dass ich so ganz alleine unterwegs war. Nachdem ich den verkehrsreichen Militärring überquert hatte, gelangte ich rasch in ein kleines Waldstück im äußersten Westen von Ossendorf. Hier war es so schön schattig, dass ich fast bereute, Jordy Zuhause gelassen zu haben.



Noch einmal wurde der Militärring überquert und dann ging es in den Nüssenberger Busch hinein, zunächst noch auf dem jahrhundertealten Pflaster des "Alten Militärrings".

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DSC04939Langsam wurde es beschwerlich, der Pfad war fast zugewuchert. Manuel, hier solltest du deinem Patenkind mal mit der Machete zu Leibe rücken. Ich machte mich so dünn wie möglich und streckte die Arme in die Höhe, um den Brennnesseln nicht zu nahe zu kommen. Gut, dass mich niemand gesehen hat.

Totholz senkrecht und waagerecht um mich herum.

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Bin ich hier eigentlich noch auf dem Kölnpfad oder schon im Dschungel? Ich muss zugeben, ich habe mich öfters mal umgesehen, ob mir keine Unholde auflauern.




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Von Manuel Andrack erfährt man (wenn man das Buch liest), dass diese riesigen Steinhaufen am Wegesrand zu den gesprengten Überresten des Kölner Befestigungsrings gehören. Ganz schön militärisch, diese Etappe.

Doch damit war jetzt Schluss, ich kam jetzt aus dem Urwald heraus und um mich herum nur Weite und Sonne und grüne Wiesen, herrlich.




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Als nächstes war eigentlich die Unterquerung der A1 angekündigt, aber ich glaube, hier hat Manuel schon lange keinen Kontrollgang mehr unternommen, sonst hätte er bestimmt eine Umleitung angeboten, oder?
collage1Was nun? Ein älteres Ehepaar schob seine Fahrräder über die Sandberge und kam mir durch den Spalt in der Absperrung entgegen. "Uns hat niemand aufgehalten, es gibt keinen anderen Weg". Na, das schaff ich auch, hab ich mir gedacht, aber erlaubt war das bestimmt nicht. Mit gemischten Gefühlen machte ich mich auf den Weg durch die Großbaustelle. Die Arbeiter auf der anderen Seite waren dann doch sehr erstaunt über mein Erscheinen. Aber ich war durch.

Und jetzt wurde es richtig schön. Ich kam an der Esch-Pescher Seenplatte vorbei. Inzwischen war es auch richtig heiß geworden. Ein Sprung ins kühle Nass war verlockend. Viele kleine versteckte Badebuchten hätten auch textilfreies Schwimmen möglich gemacht, aber mein Kontingent an Verbotsüberschreitungen war für heute erschöpft.

collage2Die vielen Sanddornsträucher erinnerten mich an meine Lieblingsinsel Rügen. Hier kam Urlaubsstimmung auf.
Es gibt aber auch eine erlaubte Bademöglichkeit am Escher See, einem der wenigen Naturbadeseen in Köln.

collage3Hinter dem Escher Badesee gelangte ich in den Kölner Stadtteil Esch. Hier hat Manuel Andrack einen Abstecher zur romanischen Kirche St. Martinus im historischen Stadtkern empfohlen. Natürlich bin ich dieser Empfehlung gerne nachgekommen, und es hat sich gelohnt.

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Nicht nur die Kirche war den Abstecher wert, auch der Biergarten des Bistro "Miro" hat mich hinein gelockt.
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Weiter ging es auf dem Kölnpfad an der Straße nach Weiler entlang. Die Hochhäuser von Chorweiler wurden am Horizont sichtbar. 



Ich schwenkte auf einem schönen Weg ab Richtung Wasserwerk Weiler.




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Auch dieses Wasserwerk sorgt dafür, dass dat Wasser vun Kölle so jot es. Dies wird auf den Hinweisschildern davor anschaulich erklärt.

Zugegebenermaßen habe ich mich nicht lange bei den Erklärungen aufgehalten. Jetzt ging es zum Endspurt über.







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Auf schönen (aber vor der Sonne ungeschützten) Feldwegen ging es jetzt zum Etappenziel Roggendorf/Thenhoven. Diesmal wollte ich den S-Bahnhof Worringen nicht verpassen.

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Und es hat geklappt! Wieder hatte ich eine schöne Kölnpfadetappe beendet. Auch diese war wieder sehr abwechslungsreich. Mein persönliches Highlight war die Seenplatte. Wieder hat mich die unendliche Weite fasziniert, die ich in der Millionenstadt Köln so nicht erwartet habe, bevor ich mit dem Kölnpfad gestartet bin und Köln nur vom Durchfahren oder Einkaufen kannte.
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Nachtrag vom 21.10.2014
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Es ist geschafft, alle 11 Etappen habe ich seit April 2013 zurückgelegt. Bis auf einer wurde ich von meinem Hund Jordy begleitet. Mit der siebten Etappe habe ich in meinem Wohnort Leverkusen-Schlebusch begonnen, mit der sechsten dort aufgehört. Jetzt ist die Gelegenheit, ein kurzes Resümee zu ziehen:

Meine Berichte dienen in erster Linie dazu, meine Erinnerungen an das Erlebte wachzuhalten, vor allem auch durch die Fotos. Die geschilderten Eindrücke sind natürlich sehr subjektiv. Vieles hängt auch vom Wetter ab. Von keiner Etappe kann ich sagen, dass sie mir nicht gefallen hat. Es gab immer Highlights, bei dem einen Weg weniger, beim anderen dafür mehr. Das Gesamtpaket war für mich eine große Bereicherung, kannte ich Köln doch bisher nur vom Durchfahren mit Bahn oder PKW oder vom Einkaufen. Was mich am meisten beeindruckt hat, waren die vielen Kilometer am Rhein mit seinen Auen und Sandstränden, die Grüngürtel und Naturschutzgebiete, und das mitten in der Millionenstadt Köln! Vielleicht regen meine Berichte ja auch andere an, es einmal mit dem Kölnpfad zu versuchen. Ich würde mich freuen. Unbedingt empfehlen möchte ich dann allerdings das Begleitbuch zum Kölnpfad einschließlich Wanderkarte. Hier findet man sehr viele Hintergrundinformationen und Tipps. Die Ausführungen sind auch wesentlich neutraler gehalten als bei mir. 
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Hier noch zwei nützliche Links:

Eifelverein
Kölnpfadetappen einschl. Tracks

   
© Familie Sudowe