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05.07. - 10.07.2014


Wie in jedem Jahr hatte ich mich auch für 2014 wieder zu einer Radwanderung mit einer kleinen Gruppe meines Freizeitclubs angemeldet. Dieses Mal sollte es an die Lahn gehen. Die bewährten Organisatoren Gundi und Dieter hatten wieder alles perfekt geplant, und das fing schon mit der Hinreise an.

2014-07-05 Ankunft in Marburg
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Da wir am liebsten mit eigenen Rädern unterwegs sind und die Fahrt mit der DB doch sehr anstrengend ist (falls man überhaupt mitgenommen wird), haben die beiden kurzerhand einen Kleinbus mit Anhänger für uns und die Räder organisiert. Bequemer ging es ja wohl kaum und der Preis war auch ok.
Von Leverkusen starteten wir acht Radler plus Fahrer nach Marburg, dem Startpunkt unserer Radtour. Zweieinhalb Stunden später war bereits alles ausgeladen und unsere Zimmer in einem Hotel etwas außerhalb Marburgs bezogen.

Für diesen Tag war keine sportliche Einlage mehr geplant und so stiegen wir in einen Bus (diesmal ein Linienbus), um die Universitätsstadt Marburg zu erkunden.
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Das taten wir erst ausgiebig auf eigene Faust, bis wir uns um 15 Uhr mit einer Gästeführerin trafen, die uns in die Geschichte der Stadt eintauchen ließ und mit uns den langen Aufstieg zum Landgrafenschloss bewältigte.

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Nach der Führung stiegen wir wieder hinunter. Treppen hat die Stadt wirklich genug, schließlich gibt es nicht nur den Schlossberg, sondern auch eine Ober- und Unterstadt. Aber mit Marburg waren wir noch lange nicht fertig. Hier in den vielen engen Gassen wird das Mittelalter wieder lebendig und es gab noch so viel zu sehen.





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Nach dem Abendessen in der urigen "Gartenlaube" machten wir dann einen unfreiwilligen Verdauungsspaziergang zum Hotel, da der Bus um diese Zeit nur noch stündlich fuhr. Wir freuten uns auf die 1. Etappe unserer Radtour.


2014-07-06 von Marburg nach Wetzlar


Nach einem ausgiebigen Frühstück sattelten wir unsere Drahtesel.

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Bei strahlend schönem Wetter machten wir uns auf den Weg Richtung Wetzlar. Natürlich gab es noch einige Fotostopps an der alten Lahnbrücke und immer wieder einen Blick zurück zum auf dem Berg thronenden Landgrafenschloss.

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Aber dann ging es hinaus in Feld und Flur.

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Kaum eine Stunde waren wir unterwegs, als ein Platten uns zur Pause zwang. Glücklicherweise hatten wir zwei versierte Reifenflicker im Team. Bald konnten wir unseren Weg fortsetzen.

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Durch eine wunderschöne Landschaft ging es immer dicht am Fluss entlang.







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Gegen Mittag machten wir an einem schattigen Plätzchen in Ruttershausen Rast und genossen unseren Proviant.

DSC04799Gut, dass ich nicht alleine unterwegs war, ich hätte so viele Fotostopps gemacht, dass ich nicht von der Stelle gekommen wäre.

Einen Biergartenstopp legten wir natürlich auch noch ein, der Flüssigkeitsverlust durch schwitzen musste schließlich ausgeglichen werden durch trinken. Hinter diesem Wehr vor der Klinkel`schen Mühle kehrten wir im "Bootshaus Gießen" ein.




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Gegen 17 Uhr kamen wir in Wetzlar an. 60 km zeigte mein Garmin an. Unser Hotel hatte den schönen Namen "Domblick". Und den Dom konnten wir wirklich vom Fenster aus sehen. Heute hatten wir keinen weiten Weg bis in die Altstadt. Nach kurzer Regenerierung waren wir schon wieder unterwegs.
 

 





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P1000186Auf dem Kornmarkt ließ es sich an diesem lauen Sommerabend lange aushalten.
Hier ließen wir
den Abend ausklingen.


Kaum waren wir zurück im Hotel, entlud sich ein ordentliches Gewitter mit sintflutartigen Regenfällen.





2014-07-07 von Wetzlar nach Limburg
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Hurra, die Sonne war wieder da. Natürlich galt unser erster Blick am Morgen dem Wetter. Es versprach wieder ein schöner Tag zu werden. Wie üblich waren wir um 9 Uhr abfahrbereit.

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Unsere Fahrt ging bergauf, bergab über herrliche Feld- und Wiesenwege.

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Unseren ersten größeren Halt machten wir an der Schleuse Löhnberg.

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Gegen Mittag erreichten wir Weilburg. Das Schloss lag so malerisch auf dem Berg in der Sonne, da war uns klar, wir mussten hinauf.

DSC04857Und das hat sich wirklich gelohnt. Die Räder ließen wir auf halbem Weg zurück, bewacht von einer alten Dame, die von ihrem Balkon aus Wache hielt.

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Nach diesem ausgedehnten Aufenthalt fuhren wir an Burg Runkel und der St. Lubentius-Basilika in Dietkirchen nur vorbei.



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Weiter ging es auf wunderschönen Wegen in Richtung Limburg, immer dicht am Fluss entlang.

Bald sahen wir ihn schon von weitem, den Limburger Dom. Bisher kannte ich ihn nur vom Vorbeifahren auf der Autobahn. Heute sollte sich das endlich ändern.

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Am frühen Abend loggten wir im Hotel ein. 69 km hatten wir heute geschafft. Glücklicherweise hatten wir nur einen kurzen Fußweg bis zur Altstadt. Auch heute konnten wir unser Abendessen draußen einnehmen, diesmal war es der Fischmarkt, auf dem wir es uns schmecken ließen. Danach bummelten wir noch durch die Altstadt und besichtigten den Dom von außen und natürlich den skandalträchtigen Bischofssitz. Das Dominnere haben wir uns wegen der vorgerückten Stunde für den nächsten Morgen vorgenommen.

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2014-07-08 von Limburg nach Lahnstein

Nun war es doch vorbei, unser Glück mit dem tollen Wetter. Doch wir ließen uns vom leichten Regen nicht aufhalten. Gut beschirmt stiegen wir nach dem Frühstück wieder zum Dom hinauf.

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Zum Glück hatten wir den Vorabend für eine ausführliche Altstadtbesichtigung genutzt. Im Dominneren war es schließlich trocken.

IMG 0161Wetterfest verpackt machten wir uns später auf den Weg Richtung Lahnstein. Doch nicht nur der Wettergott war uns an diesem Morgen nicht hold. Keine 10 Minuten nach Abfahrt machte der geflickte Reifen ein zweites Mal schlapp.

Jetzt musste der Pannenspray her. Im Handumdrehen war der Schaum im Schlauch und weiter ging`s. Um es direkt vorweg zu nehmen, dieser Reifen machte während der restlichen Tour keine Probleme mehr.
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Da für den heutigen Streckenabschnitt einige erhebliche Steigungen zu erwarten waren, schlug Dieter vor, von Laurenburg bis Balduinstein mit dem Zug zu fahren. Ich glaube, wenn wir gewusst hätten, welche Anhöhen uns hinterher noch bevorstanden, wären wir auch noch gern ein Stück weitergefahren. Aber dann hätten wir das Kloster Arnstein verpasst. Es wäre schade drum gewesen.


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Irgendwann hatten wir die anstrengenden Anstiege hinter uns gebracht, aber leider nicht das schlechte Wetter. Unserer guten Stimmung konnte das natürlich nichts anhaben. Erst als wir in Bad Ems einliefen hörte der Regen auf.

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Hier machten wir eine gemütliche Kaffeepause, allerdings schön eingehüllt in warme Decken. Danach dauerte es aber nicht mehr lange, bis wir vorbei am legendären Wirtshaus an der Lahn in unserem Hotel in Lahnstein ankamen. Hier mündet die Lahn in den Rhein. Knapp 62 km hatten wir heute (einschl. Zugfahrt) zurückgelegt.
Diesmal war kein Stadtbummel geplant. Es traf sich gut, dass wir unser Abendessen im Hotel einnehmen konnten, denn heute war schließlich Fußballschauen angesagt. Der Wirt machte es möglich, dass wir das Weltmeisterschaftsspiel Deutschland gegen Brasilien zusammen schauen konnten. Das 7:1 für Deutschland war der absolute Kracher.


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2014-07-09 von Lahnstein nach Bad Honnef

Der Wetterbericht machte uns keine Hoffnung, Dauerregen war angesagt. Aber dass es wirklich so andauernd und so heftig gießen würde, das hätten wir bei der Abfahrt nicht erwartet. Die Fotoapparate blieben den ganzen Tag fast immer in den Taschen.

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Längere Aufenthalte zwischendrin waren nicht möglich. Trotz Regenkleidung waren wir durch die Dauerberieselung ziemlich durchnässt. Wir mussten in Bewegung bleiben, um nicht zu frieren. Auch heute blieben wir in unmittelbarer Flussnähe, nur dass es jetzt nicht mehr die Lahn, sondern inzwischen der Rhein war. Wir hatten ja schließlich vor, bis nach Hause in Leverkusen zu fahren.


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Glücklicherweise gab es keine weiteren Reifenpannen, die hätten uns gerade noch gefehlt. Kurze Stopps gab es nur um aufeinander zu warten, zu trinken oder uns auszuwringen.

Wir kamen an der Brücke von Remagen vorbei...



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...und bei Rolandseck ging es mit der Fähre auf die rechte Rheinseite nach Bad Honnef/Rhöndorf. Von da noch quer durch den Ort und wir hatten es nach 65 km erschöpft, aber glücklich in unser letztes Hotel dieser Tour geschafft.

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Im Hotel angekommen stellten wir zuerst die Wasserschäden an unserer Ausrüstung fest und funktionierten unsere Zimmer in null komma nix zu Trockenkammern um. Ich war froh, in diesem Hotel eine Badewanne zur Verfügung zu haben. Nach einem heißen Schaumbad und einer eingeworfenen Aspirin zur Vorbeugung ging es nur auf die andere Straßenseite zum Restaurant. Auch an diesem Abend gab es keinen Stadtbummel mehr. Das WM-Spiel Deutschland gegen Argentinien versuchten wir in unseren Zimmern zu sehen. Aber kaum jemand von uns hat es bis zur ersten Halbzeit geschafft.


2014-07-10 von Bad Honnef nach Leverkusen

Da waren wir uns alle einig, noch einen Dauerregentag wollten wir an unserem letzten Tag nicht im Sattel zubringen. Die Wetterprognose für den Donnerstag machte uns Hoffnung, und tatsächlich, der erste Blick aus dem Fenster ließ uns nicht mehr an eine Bahnfahrt denken.

Schnell waren die in unseren Zimmern zum trocknen aufgehängten Utensilien wieder eingesammelt und verstaut. Natürlich wurde noch in aller Ruhe gefrühstückt und dann ging es ab auf die Piste.

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Die malerischen Fachwerkhäuser am Marktplatz hatten wir am Vorabend nicht mehr gesehen.  Outdoor-Aktivitäten waren gestern Abend nicht mehr gefragt.

Anfangs noch misstrauisch regenfest verpackt, wurde uns auf der Fahrt am Rhein entlang doch allmählich wieder warm.

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Unterwegs bekam Dieter Probleme mit seinem Rad. Es ratterte und klapperte so sehr, dass er es einer genaueren Inspektion unterzog. Die Ursache war eine durch den gestrigen Regentag total verrostete und trockene Kette. Jetzt war guter Rat teuer. Gundi, die für alle Notfälle bestens ausgestattet war, hatte zwar kein Ölkännchen dabei, konnte aber immerhin Vaseline als Erste-Hilfe-Maßnahme beisteuern. Aber auch das half nicht viel. Erst die Mitarbeiter des Grünflächenamtes, die wir unterwegs trafen, konnten mit einem Ölspray aushelfen. 

Unsere einzige größere Rast machten wir in Zündorf, also schon auf Kölner Stadtgebiet. In dem idyllischen Ort am Naherholungsgebiet Groov ließen wir es uns gutgehen, bei Pommes Frites und unterwegs gekauftem Kuchen und Brötchen.

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Aber dann gingen wir zum Endspurt über und schwangen uns frisch gestärkt wieder in die Sättel.










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Jetzt dauerte es nicht mehr lange und wir sahen vertraute Gebäude auf der anderen Rheinseite.









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Von hier war es nur noch ein Katzensprung bis Leverkusen.

In Stammheim löste sich unsere kleine Gruppe langsam auf. Hier bogen die ersten Richtung Schlebusch ab.



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Wieder ist eine schöne Fahrradtour zu Ende gegangen. Wieder war sie hervorragend organisiert und voller schöner Erlebnisse. Und so ein Regentag, den sollte man auch mal mitgemacht haben. Er hat unserer guten Stimmung auf jeden Fall nichts anhaben können.

Wo wird es wohl im nächsten Jahr hingehen? Egal, ich hoffe, ich kann dabei sein.     

 

   
© Familie Sudowe