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2013-07-11
Markierung

Nachdem ich meine letzten Wanderungen überwiegend auf neu ausgewiesenen bzw. überholten und stark beworbenen Wegen zurückgelegt habe, sollte es diesmal ein alt bewährter historischer Wanderweg sein, den ich mit Jordy bewältigen wollte. Und bewältigen sollte der richtige Ausdruck sein. Die 24 km von Solingen-Burg nach Leverkusen-Opladen zeichnen sich nämlich nicht nur durch landschaftliche Schönheit, sondern durch ständiges bergauf, bergab in den Wupperbergen aus. Trittfestigkeit und gute Kondition werden lt. Wegbeschreibung empfohlen. Na, das ist doch mal eine richtige Herausforderung.

Wir beide ließen uns also morgens beim Wanderparkplatz in Burg unterhalb der Seilbahn zum Schloß Burg absetzen. Ein bestimmtes Ziel hatte ich mir sicherheitshalber nicht gesetzt. 24 km auf und ab - das wollte ich Jordy dann doch nicht zumuten (von mir mal ganz abgesehen). Mal sehen, wie weit wir kommen würden.

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Adolf Lucas (1862-1945) war Landrat des früheren Kreises Solingen. Später wurde der Sitz der Kreisverwaltung von ihm nach Opladen verlegt. Der bereits in den 1930er Jahren angelegte Landrat-Lucas-Weg verbindet daher die beiden Orte miteinander und führt immer dicht an der Wupper entlang. 

 

Bei diesem stattlichen Kiepenkerl in Unterburg ging es los.

Zuerst noch recht gemütlich und nur ganz allmählich ansteigend ging es Richtung Glüder.

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Das Wetter an diesem Tag war ideal zum wandern. Der Himmel war bedeckt und die Temperatur um die 23 Grad. Der einzige Nachteil: Fotos ohne blauen Himmel! Aber man kann schließlich nicht alles haben.

Hier war die Wupper immer wieder zum greifen nah. Warum muss ich bei ihrem Anblick nur an den Amazonas denken? Würde ein Krokodil nicht perfekt ins Bild passen? Zugegeben, sie ist vielleicht nicht ganz so breit und lang, aber als die kleine Schwester könnte sie doch durchgehen.

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IMG 2114(Inzwischen habe ich beim googeln erfahren, dass es sowohl ein Buch als auch einen Film gibt mit dem Titel: "Die Wupper - Amazonas im Bergischen Land". So verkehrt war mein Eindruck also nicht.)

 

Buntere Farben gab es in rauen Mengen am Wegesrand.

 

 

Bald kamen wir zum Wasserwerk Glüder der Stadtwerke Solingen. Hier konnte man viel erfahren über die Bedeutung des Wassers für die Solinger Industrie und das Tal der Wupper.

 

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Nachdem wir den asphaltierten Zufahrtsweg überwunden hatten, wurde es landschaftlich immer schöner. Wir kamen durch einen alten Hohlweg und gelangten ins Tal des Böckelchenbachs. Hier wurden extra Namensschilder für die Bäche angebracht.

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Allmählich schraubten wir uns jetzt immer höher. Bald sahen unsere Wege so aus:

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Immer wieder eröffneten sich grandiose Ausblicke ins Tal.
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Es dauerte nicht lange und wir blickten in die nächste Niederung. Abwärts ging es zum Raderhofer Bach.

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Eine weitere Bachüberquerung ließ nicht lange auf sich warten. Diesmal ging es auf einem Holzsteg, der auch schon bessere Tage erlebt hat, über den Betscheider Bach.

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Ja, und dann wurde es richtig alpin. Während ich alle paar Meter anhalten musste um wieder zu Atem zu kommen, verwandelte sich Jordy in eine Gams. Ich tat natürlich so, als wollte ich die Aussicht genießen, nur keine Schwäche zeigen. Allmählich kam ich aber nach ca. 100 Höhenmetern nassgeschwitzt auch oben an und wurde mit dieser tollen Aussicht belohnt.

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DieWege hier oben sahen so aus, als wären sie schon lange nicht mehr begangen worden. Eine Machete hätte gute Dienste leisten können.




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Wie nicht anders zu erwarten war, ging es genauso steil, wie wir den Berg erklommen hatten, auch bald wieder hinab. Wir erreichten den Wupperhof mit seinem besonders schönen Landgasthof. An dem gegenüberliegenden Wupperufer befindet sich eine Kanueinlassstelle.

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Beim fotografieren des Gasthofes fiel mir ein großes Werbeplakat auf, dass für den kommenden Samstag zu einem Sommerfest im Biergarten bei Live-Musik einlud. (Selbstverständlich habe ich die Einladung angenommen und mit einer kleinen Gruppe von Freunden einen wunderschönen Sommerabend dort verbracht.)
Doch zurück zur Wanderung. Es ging jetzt erst mal im Tal weiter. Felder wechselten sich mit Auenwäldern ab. Wir blieben immer dicht am Wasser.

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Hier war er noch überall anzutreffen: der wunderschöne und imposante Bärenklau oder auch Herkulesstaude genannt.

Die Pflanze ist hoch giftig und besonders der Saft kann unter Sonneneinwirkung gefährliche Hautreaktionen hervorrufen. Daher wird er großflächig ausgerottet.

Aber schön ist er doch!

 

 

Wie nicht anders zu erwarten, ging es abermals in die Höhe.

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Kaum haben wir uns gefreut oben angekommen zu sein, geht es wieder hinab. Wir kommen nach Fähr mit dem seit langem nicht mehr bewirtschafteten Haus Fähr. Schade, es hat so eine tolle Uferlage und verfällt langsam.

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Wir durchquerten jetzt einige kleine Ortschaften und trafen auf Bäche wie z. B. Schmerbach und Weltersbach. Aber allmählich merkte ich doch, dass ich nicht mehr richtig aufnahmefähig für meine Umgebung war. Als wir nach 17 km die Landstraße bei der Hofschaft Sonne in Leichlingen erreichten und auch noch zufällig der stündlich fahrende Bus Richtung Leverkusen in Sicht kam, war das für mich der Wink mit dem Zaunpfahl. Es war genug und der Weg zu schade, um ihn zu gehen ohne ihn richtig genießen zu können. Kurz entschlossen enterten wir den Bus und waren bald zu Hause.

Es war eine zwar anstrengende aber sehr reizvolle Tour und hat wie üblich Lust gemacht auf mehr. Vielleicht nehmen wir uns ja auch mal den Wupperweg vor. Von der Mündung bis zur Quelle über insgesamt 126 km. Aber jetzt ist erst mal ausruhen angesagt.

 

 

   
© Familie Sudowe