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2013-06-06

An diesem wunderschönen sonnigen Frühsommertag habe ich mir mit Jordy die Vorsperre Große Dhünn vorgenommen. Diese 12 km lange Rundwanderung hat den ganz großen Vorteil, dass sie an der Nordseite der Vorsperre dicht am Ufer vorbeiführt. Sie liegt wie ein stiller Bergsee am östlichen Ende der Großen Dhünn-Talsperre. Wer wie ich die Möglichkeit hat, während der Woche zu wandern, wird die Ruhe und Abgeschiedenheit genießen, die dieses kleine Paradies umgibt. Nur die Wasservögel, die IMG 1468hier einen ruhigen Rückzugsraum gefunden haben, machen einen gehörigen Lärm.

 

 

Ich parkte meinen Wagen am neu eingerichteten Parkplatz auf der Kölner Straße (B 506) gegenüber dem Haus Nr. 111, direkt hinter Kürten Weiden. Das ist die kürzeste Entfernung zu meinem Wohnort Leverkusen-Schlebusch. Und sofort ging es in den Wald hinein und schnurstracks bergab Richtung Sperre. Es dauert gar nicht lange, und ich konnte den See unter mir liegen sehen. 

 

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Die erste von einer großen Anzahl Infotafeln deutete auf eine Wasserburg hin, die bereits im 13. Jahrhundert in den sumpfigen Niederungen der Dhünn errichtet wurde.

Und dann waren wir auch schon an der für mich schönsten Stelle des ganzen Weges: die Vorsperre. Von hier hatte man einen tollen Blick in beide Richtungen.

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Hier haben wir uns lange aufgehalten und die Atmosphäre genossen. Nichts hinderte den Blick in alle Richtungen.

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Auch wenn alles so paradiesisch aussieht darf man nicht vergessen, dass beim Bau der Talsperre einige Ortschaften weichen mussten, um die Trinkwasserversorgung in diesem Gebiet zu sichern. Die Bewohner wurden umgesiedelt, die Ortschaften geflutet, aber die Erinnerung daran wird durch entsprechende Hinweise wachgehalten.IMG 1418

 

Doch irgendwann haben wir uns dann doch von dieser idyllischen Stelle losgerissen. Jordy konnte sogar noch für einen ausreichenden Wasservorrat sorgen und los ging es entlang des Nordufers.

Der Weg führt hier tatsächlich durch die Wasserschutzzone und wir hatten jederzeit einen Blick auf die Wasserfläche und konnten die verschiedensten Wasservögel nicht nur sehr lautstark hören, sondern auch sehen.

 


 

 

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Diese großen Fichtenbestände wird es in Zukunft nicht mehr geben. Der Orkan Kyrill hat 2007 gerade bei den nicht standortgerechten Nadelhölzern großen Schaden angerichtet, da sie flache Wurzeln haben und nicht standfest sind. Aus den Fehlern lernte man und hat die betroffenen Flächen im Talsperrengebiet mit widerstandfähigeren Laubholzanpflanzungen aufgeforstet. Auch im vom Sturm nicht betroffenen Waldgebieten wird man in Zukunft Mischwälder anlegen.

 

Dieses und noch viel mehr kann man erfahren, wenn man nicht achtlos an den vielen Informationstafeln vorbeigeht.

 

Lesend, fotografierend und wandernd erreichten wir aber dann doch den östlichen Zipfel der Vorsperre, die einmal die erste Dhünntalsperre gewesen ist. Jetzt mussten wir uns leider vom Ufer verabschieden, um in die südlichen Hänge oberhalb des Sees zu gelangen. Es gab einen ganz kurzen Berührungspunkt mit der Straße und schon waren wir wieder im Wald. Jetzt schauten wir nicht aufs Wasser, sondern kamen durch schmale, von vielen Wasserläufen durchzogenen Täler und Wiesen. Während ich mich über die so genannten "Siefen" aufklären ließ, hatte Jordy die auch ohne lesen zu können längst entdeckt.

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Und dann hatten wir auch wieder die Aussicht auf den See. Der Weg führte uns abwechselnd durch Wiesen und Wald. Es wurde nie eintönig. Man kann nicht behaupten, dass dieser Wanderweg durch unberührte Natur führt, aber es ist wirklich ein durch Menschhand erschaffenes kleines Paradies.

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Schließlich kamen wir wieder an unserem Parkplatz an und die Runde war geschlossen. Wir haben auf diesen 12 km nur einmal ein Forstfahrzeug angetroffen und sind sonst keiner Menschenseele begegnet. Auch das habe ich sehr genossen. Wenn ich Interesse an diesem "einsamen" Rundwanderweg geweckt haben sollte, hier ist der Track zum herunterladen.

Wer diesen Wegmarkierungen rechts folgen möchte, findet den Weg auch problemlos. 

   
© Familie Sudowe