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Und schon wieder hatte ich einen Kurzurlaub mit meinem Freizeitclub geplant. Diesmal sollte es eine Fahrradtour werden, ohne lange Anfahrt mit Zug oder Auto. Nachdem wir im letzten Jahr eine wunderschöne Rheintour von Leverkusen bis Mainz unternommen hatten, lag es nahe, diesmal in die entgegengesetzt Richtung bis nach Xanten zu fahren.

Dass diese Tour recht feucht werden sollte, dafür sorgten Sophie und Alfred. Nein, das sind keine Clubmitglieder. Erstere ist auch als "die Kalte" bekannt und Alfred entpuppte sich als ausgewachsenes Tiefdruckgebiet. Vielleicht hätten wir die Fahrt doch nicht zu den Eisheiligen starten sollen. Es verlief wieder eine Grenze zwischen West- und Ostdeutschland, wenn auch eine meteorologische. Diesmal hatten wir im Westen die A....karte gezogen und schauten während der Wetterberichte neidisch in den Osten, wo Hochsommertemperaturen herrschten. Da hielf nur eins, mit Stimmungshoch gegen das Wettertief anzukämpfen, und das ist uns sehr gut gelungen!

 

2013-05-13 Leverkusen-Opladen - Monheim - Düsseldorf - Duisburg-SermP1000433

Drei Männer und sechs Frauen trafen sich am Montagvormittag in Leverkusen Opladen, um die erste Etappe von 60 km bis Duisburg-Serm in Angriff zu nehmen. Wetterfest verzurrt ging es im Regen über die Rheindorfer Felder, zwischen den Hitdorfer Seen Richtung Monheim. Wegen des starken Windes, der natürlich wie auf Fahrradtouren üblich ausschließlich von vorne blies, vermieden wir den Monheimer Deichradweg. Eigentlich schade darum, aber auf der Rückfahrt sollten wir ihn dann doch noch genießen können.

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Aber schließlich  erreichten wir doch noch das Rheinufer, um es in Baumberg wieder zu verlassen. Jetzt ging es durch Wald, Felder und die Auenlandschaft der Urdenbacher Kämpe. Große Gartenbaubetriebe lagen an unserer Strecke mit Gewächshäusern voller Sommerblumen, die wie wir auf besseres Wetter warteten.

Hier ist die Rhabarberernte in vollem Gange.

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Trotz des miesen Wetters genossen wir die Aussicht auf die weitläufigen Wiesen mit den vielen Farbtupfern der Rapsfeldern, der vielen Fliederbüsche, wilden Margariten und Butterblümchen.

Unsere erste richtige Rast machten wir im Düsseldorfer Hafen.  

 

 

 

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Nachdem wir uns ausgiebig umgesehen hatten, ließen wir uns von einem sehr motivierten Kellner in seine Lokalität locken. Wir waren seine ersten Gäste des Tages und er wollte unbedingt etwas zu tun haben.

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Die Stimmung konnte besser nicht sein. Es hatte sogar aufgehört zu regnen und so stiegen wir wieder in die Sättel. Vorbei an der Düsseldorfer Altstadt und den davor liegenden Hausbooten ging es zuerst am Rheinufer entlang und dann wieder durch die Felder Richtung Düsseldorf-Kaiserswerth. 

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Alfred sorgte dafür, dass wir nicht trocken blieben.

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In Kaiserswerth blieben wir vom Regen verschont, und so konnten wir die Ruinen der Kaiserpfalz und die Altstadt ausgiebig trockenen Fußes erkunden.

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Hinter Kaiserswerth durchfuhren wir eine besonders schöne Rheinauenlandschaft.

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Danach kamen wir durch Düsseldorf-Wittlaer und die dahinterliegenden Felder ...

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 ...zu unserem Tagesziel, dem Landgasthof in Duisburg Serm.

50 Meter vor dem Gasthof stellte Eva an ihrem Rad einen Platten fest, glücklicherweise am Vorderreifen, laut unserer Männer sollte das ein Klacks sein. Und so war es auch. Noch vor dem Abendessen war der Schaden behoben und wir konnten den Abend gemütlich beim Kartenspielen ausklingen lassen.

2013-05-14 Duisburg - Orsoy - Eversael - Rheinberg - Xanten

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Gut ausgeruht sattelten wir morgens unsere Stahlrösser und machten uns auf zur zweiten, ebenfalls 60 km langen Etappe. Als ehemalige Duisburgerin kannte ich mich auf dem ersten Stück gut aus. Bei trockenem Wetter ging es am Angerbach entlang, bis wir von ferne die einer Achterbahn nachempfundene Großskulptur "Tiger and Turtle" im Angerpark sehen konnten, die ich meinen Freunden unbedingt zeigen wollte. Das Stahlbauwerk ist auf einer ehemaligen Schlackedeponie errichtet worden und ermöglicht einen tollen Blick über die umliegenden Industriebetriebe.

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P1000410Weiter ging es an der Duisburger Rheinpromenade entlang bis wir in Hochfeld den Rhein überquerten.

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Die unterschiedlichen Gesichter einer Industriestadt:

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In Orsoy passten wir den nächsten Regenschauer gut geschützt im Orsoyer Hof ab.

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Weiter ging es durch die Felder, bis wir in Rheinberg, dem Sitz der Kräuterschnapsfirma Underberg, den nächsten kurzen Halt einlegten. 

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Die historische Weseler Eisenbahnbrücke und diese merkwürdigen Radfahrer waren ein weiterer willkommener Anlass, aus dem Sattel zu steigen. 

 

Aber dann kamen wir doch noch in Xanten an. Auf dem Parkplatz des Hotels versprach uns ein verlockendes Plakat ganz besondere Gaumenfreude. 

 

 

  

2013-05-15 Xanten

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Heute sollten die Räder in der Garage bleiben und unsere mitgenommenen Hinterteile Gelegenheit bekommen, sich zu erholen. Kultur stand auf dem Programm. Nach einem kurzen Fußweg erreichten wir den LVR-Archäologischen Park, kauften unsere Eintrittskarten und machten uns auf den Weg zum Museum. Hier waren wir für eine Führung angemeldet.

Unsere Führerin machte mit uns ein Zeitreise durch die Ausstellung vom Einmarsch der Legionen über die Entstehung der zivilen Großstadt bis zum Untergang in der Spätantike. Exponate zum Anfassen, Ausprobieren und Schnuppern boten spannende Einblicke in das römische Leben nicht nur für Jung sondern auch für Alt.

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Nachdem wir uns im Museum ausführlich umgesehen und informiert hatten, gingen wir im Park mit seinen verschiedenen begehbaren Ausgrabung auf Entdeckungstour. Hier waren das Hafentor, das Amphitheater oder die römische Herberge nur einige von vielen Stationen.

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Der Park war so weitläufig und das Wetter so mies, dass wir uns am frühen Nachmittag von den alten Römern verabschiedeten, um den mittelalterlichen Stadtkern von Xanten auch noch näher kennen zu lernen. Als erstes statteten wir dem Schokoladen- und Konditoreimuseum einen Besuch ab mit dem positiven Nebeneffekt, dass wir es nicht nur warm und trocken hatten, sondern die Erzeugnisse auch noch probieren konnten.

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Der Dom St. Viktor musste natürlich von außen und innen bewundert werden und auch die Altstadt war auf jeden Fall einen ausgiebigen Bummel wert.

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Soviel Kultur macht natürlich nicht nur müde sondern auch hungrig. Was lag also näher, als das reichhaltige Grillbüffet noch einmal zu genießen, dass wir ja bereits am Vorabend getestet hatten, um uns dann in die weichen Kissen fallen zu lassen.

  

2013-05-16 Xanten - Alpen - Neukirchen-Vluyn - Krefeld  IMG 1059b

Ab heute sollte es wieder in zwei Etappen zurück nach Leverkusen gehen. Nach ausgiebigem Frühstück und verpackt in unsere Ganzkörperkondome (es war schließlich ausnahmsweise mal Regen angesagt) holten wir unsere Räder aus der Garage. Doch aus der planmäßigen Abfahrt wurde nichts. Der Reifen von Evas Vorderrad war wieder platt. Ich könnte jetzt natürlich im einzelnen schildern, was unsere drei Männer alles unternommen haben, um das Rad wieder flott zu machen, aber das würde den Rahmen wohl sprengen. Auf jeden Fall war der gute Wille da. Trotzdem mussten wir noch die Hilfe des Fahrradladens in Anspruch nehmen und nach 1 1/2 Stunden konnten wir Xanten hinter uns lassen.

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Diesmal führte die Strecke zwischen Felder und Wiesen entlang. Den Rhein sollten wir an diesem Tag nicht zu sehen bekommen, schließlich wollten wir nicht auf dem gleichen Weg zurück fahren.IMG 0855

 

 

 

 

 

 

 

Was hier aussieht wie Spargelfelder sind in Wahrheit Kartoffelpflanzen, die sich genau wie wir gegen Alfred und Sophie schützen.

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In Neukirchen-Vluyn fanden wir ein besonders nettes Plätzchen, um eine Pause einzulegen. Das KulturCafé hatte sich das Motto auf die Fahne geschrieben: "Komm als Gast - geh als Freund". Es war wirklich ein Ort zum Wohlfühlen.

Nach ausgiebigem Kuchengenuss machten wir uns wieder auf den Weg zu unserem Ziel für diesen Tag. Leider hat uns der Regen doch wieder voll erwischt und so waren wir froh, dass wir schon nach 45 Kilometern unser gebuchtes Hotel in Krefeld erreichten. Wir duschten, setzten uns zu einem gemütlichen Kartenspiel zusammen und waren froh, dass wir zum Abendessen nur auf die andere Straßenseite gehen brauchten, denn das Wetter hatte sich nicht gebessert. Diese "Dorfschänke" war ein Volltreffer. Nicht nur, dass man sich hier tatsächlich in der Lage sah, auch im Mai einen Glühwein zu servieren, wir bekamen ein hervorragendes Essen, besonders leckere Cocktails (Hugo) und konnten hier den Abend bei einem gemeinsamen Kartenspiel verbringen. Das Wetter hatte glücklicherweise überhaupt keinen Einfluss auf unsere Stimmung, im Gegenteil, besser konnte unser letzter gemeinsamer Abend gar nicht laufen.

 

2013-05-17 Krefeld - Düsseldorf - Neuss - Zons - Monheim - Leverkusen

Bei ausgesprochenem Waschküchenwetter machten wir uns auf den Heimweg. Heute sollten wir auch den Rhein wieder sehen, allerdings war es gar nicht so einfach den Radweg zu finden. Hier geht unser Scout gerade auf die Suche...

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 ...und natürlich hat er uns wieder auf den rechten Weg gebracht. Wir hatten wieder schöne Aussichten, mussten aber auch in Neuss durch das Industriegebiet. Diesmal benutzten wir die Autofähre in Zons um die Rheinseite zu wechseln.

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In Monheim fuhren wie diesmal den Deich entlang und bald waren wir in Hitdorf, wo sich unsere Gruppe nach und nach in alle Himmelsrichtungen auflöste.

Wieder einmal war eine tolle Tour zu Ende gegangen. Das Wetter war mies, aber die Stimmung toll. Ich hätte das vorher nicht für möglich gehalten. Unterwegs haben wir schon Pläne fürs nächste Jahr gemacht. 

 

 

 

 

 

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