2013-01-19

Der Winter hat Leverkusen noch fest im Griff, der städtische Winterdienst hat es inzwischen auch gemerkt, und so habe ich mich bei eisigen Temperaturen mit dem Bus auf den Weg nach Bergisch Gladbach Bensberg gemacht. Natürlich war mein Hund Jordy wieder an meiner Seite.

Beim Rathaus sollte Start und Ziel des neuen Rundweges sein. Der eisige Wind auf der Höhe trieb mir die Tränen in die Augen und das Kopfsteinpflaster war so glatt, dass ich froh war, vorsorglich meine unterschnallbaren Spikes mitgebracht zu haben. Jordy fror fast mit dem Hintern auf dem kalten Boden fest, weil ich natürlich erst mal wieder fotografieren musste. Das geht übrigens ganz schlecht mit dicken Handschuhen. Dieses ständige Handschuh an - Handschuh aus war zwar sehr lästig, konnte mich aber nicht vom knipsen abhalten.

Das trutzige moderne Rathaus war anfangs sehr umstritten, steht es doch im krassen Gegensatz zur mittelalterlichen Umgebung. Inzwischen gilt es allerdings als eine anerkannte Sehenswürdigkeit und ist als Baudenkmal eingetragen. Schließlich wurde der Neubau auf den Resten einer alten Burganlage errichtet und stellt somit eine Verbindung zwischen Geschichte und Moderne dar.

Im Volksmund wird es auch als Affenfelsen bezeichnet. Meiner Meinung nach eine passende Bezeichnung.

Ich muss zugeben, dass mir die "alten" Gebäude vieeeel besser gefallen.

In direkter Nachbarschaft liegt das Schloss Bensberg. Es wurde im 18. Jahrhundert erbaut und hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Auf meinem Weg sollte ich noch viele detaillierte Hinweise darauf antreffen. Heute dient das Schloss als Grandhotel.

 

Ups, da hab ich doch versehentlich den Adler abgeschnitten!

Nach der Kultur wurde es jetzt aber höchste Zeit für die Natur. Es war sowieso viel zu eisig dort oben auf dem Berg. Langsam, da sehr glatt, tastete ich mich ins Tal hinab. Jordy sah sich immer wieder verwundert um, so langsam kennt er mich gar nicht. Da sind wir Zweibeiner ja ganz schön im Nachteil. Er hat schließlich Vierradantrieb.

Als es unten im Wald immer noch so glatt war, schnallte ich endlich meine Spikes unter, und jetzt ging es zügig voran.

Das Freibad im Milchborntal hat z. Zt. wenig bis keine Besucher und wirkte auch auf mich nicht gerade einladend.

Über die verschneiten und sehr glatten Waldwege kamen wir bald zur nächsten geschichtlichen Sehenswürdigkeit mit sehr anschaulichen Erklärungen: der Franzosenfriedhof.


Im 18. und 19. Jahrhundert war das Bergische Land Schauplatz zweier Kriege gegen die Franzosen. Das Bensberger Schloss diente als Lazarett für beide Seiten. Die zahlreichen Toten wurden wegen der Seuchengefahr im abgelegenen Waldgebiet der Hardt begraben.

Auf schmalen Wegen erreichten wir mitten im Wald ein Denkmal für die zahllosen preussischen und österreichischen Soldaten, die ohne militärische Ehrungen in Massengräbern beigesetzt wurden.

Weiter ging es durch den Wald zur nächsten Station, dem unter Feinschmeckern bekannten Schloss Lerbach. Einst Rittersitz, heute Fünf-Sterne-Restaurant.

Nur von ferne konnten wir einen Blick darauf erhaschen.

Eigentlich hatte ich ja auch gar keinen Hunger (ob die mich dort mit meiner Schneeausrüstung willkommen geheißen hätten?) und so beobachtete ich lieber die Kinder beim rodeln auf dem Hang gegenüber.

 

 

 

 

Den nächsten Hingucker erreichten wir im Dorf Kaltenbroich. Hier scheinen Individualisten mit einem Hang für den Wilden Westen zu wohnen.

I

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Irgendwann trafen wir auch auf das Naturfreundehaus Hardt, was ich wegen seiner Gemütlichkeit und der guten und preiswerten Küche empfehlen kann.

www.haus-hardt.de

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiter ging es über verschlungene Waldwege bergab, bis wir auf den historischen Kadettenweiher im Milchborntal stießen. Hier sollen im 19. Jahrhundert junge Kadetten das Schwimmen erlernt oder sich erfrischt haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hinter der Hütte ging es auf ganz neuen Wegen zum nächsten Weiher mit Namen „Jungfernweiher". Offensichtlich das Gegenstück zum Kadettenweiher?!

Der Phantasie sind natürlich keine Grenzen gesetzt.

Irgendwann hat jede Tour ein Ende. Nachdem wir uns von diesem geschichtsträchtigen Waldgebiet allmählich wieder dem Bensberg näherten, begrüßte uns bald das Schloss aus einer anderen Perspektive.

Nach 9,9 km waren wir am Ausgangspunkt angelangt. Der Wanderweg ist neu angelegt , sehr gut markiert und hat eine Menge zu bieten. Daher meiner Meinung nach sehr empfehlenswert. Hier der Link zur genauen Beschreibung und dem Download.

   
© Familie Sudowe