picture


2012-08-06

Für heute habe ich mir endlich vorgenommen, mit dem geplanten Tagebuch der „Unruheständlerin“ anzufangen:

Was bietet sich dafür besser an als eine Wanderung bei einigermaßen schönem Wetter. Eine Tour hatte ich schon im Kopf, nämlich einen gut ausgezeichneten Weg, den ich schon zwei bis dreimal gegangen bin, allerdings ist das schon Jahre her. Es geht um den Weg „Unverdhünnt1“ 15 km Ausgangspunkt ist der Schöllerhof.wktaltenberg wasserroute2

Mit dem Auto waren Jordy und ich nach 11 Minuten und ebenso vielen Kilometern am Wanderparkplatz und um kurz nach 10 Uhr abmarschbereit.

Eine Stele am Wanderparkplatz weist diesen Weg besonders aus und erstmals habe ich auch ein großes Hinweisschild auf die Ausbaumaßnahme im Zusammenhang mit dem Projekt Regionale 2010 entdeckt. Davon habe ich gestern auf meiner Fahrradtour mit den Grünen viel erfahren. Die Tour wurde von einem grünen Ratsherr geführt, startete in Schlebusch und führte (fast)  immer an der Dhünn entlang bis zur Talsperre. Es tut sich viel an Dhünn und Eifgen und eine Menge davon ist bereits zu sehen.

Aber zurück zu heute und der Wanderung. Zuerst mussten wir ein paar hundert Meter an der Landstraße zurückgehen, aber gleich nach der Dhünnbrücke führte der Weg direkt in den Wald. Hier ging es jetzt auf einem festen Weg leicht bergauf. Da es in der Nacht wieder heftig geregnet hatte, waren die Pflanzen noch feucht und die Sonne spiegelte sich in Millionen Wassertropfen.  Der Weg führte parallel zur Dhünn und hinter jeder Wegbiegung gab es wieder eine neue Perspektive für meine Kamera, mal nach oben, wo die Sonne ihre Strahlen durch die hohen Fichtenstämme zu uns herunterschickte oder nach unten, wo die Dhünn sich immer weiter entfernte.

                                    Die forsche Nacktschnecke sollte für den Rest des Tages das einzige „Wildtier“ bleiben, das ich mit dem Fotoapparat festhalten konnte. Für alle anderen (grasendes Reh, kreisender Bussard, stolzierender Kranich) waren entweder ich oder die Kamera zu langsam.

Nach einer Wegbiegung dann das Entsetzen: mitten über den Wanderweg war eine große Plane gespannt, die uns mit Totenkopf und Verbotsschildern am Weitergehen hindern wollte. Und das, nachdem wir bestimmt schon drei bis vier Kilometer gelaufen waren. Ein anderer Weg war nicht vorhanden. Hätte diese Plane nicht am Anfang des Weges hängen können? Ein entsprechender Hinweis auf dem Wanderparkplatz wäre auch eine Möglichkeit gewesen. Jetzt war ich froh, dass kein Mitwanderer dabei war, so musste ich die Entscheidung nur für Jordy und mich treffen. Hätte ich Baumfällarbeiten gehört, wäre ich bestimmt umgekehrt. Aber alles war totenstill. Also entschied ich mich verbotenerweise weiterzugehen. Aber nach einer weiteren Biegung sah der bis dahin noch idyllische Wald plötzlich doch sehr chaotisch aus. Abgeholzte Fichten lagen kreuz und quer über unserem nicht mehr zu erkennenden Weg. Jetzt mussten wir richtig klettern. Jody hat es bestimmt nicht leicht gehabt. Und plötzlich standen wir vor einem großen forstwirtschaftlichen Fahrzeug (weiß nicht, wie man diese Dinger nennt) nebst grimmig guckenden Waldarbeiter. Glücklicherweise war es kein Forstbeamter, sonst hätte ich bestimmt ein Protokoll bekommen. Also Augen auf und durch. War bestimmt nicht richtig, aber wir haben es glücklicherweise heil überstanden. Dann endlich nach ein paar hundert Metern hatten wir  wieder unseren schönen Wanderweg unter unseren Füßen. Jetzt kamen wir auch an eine Lichtung mit guter Sicht und ich stellte fest, dass wir den Weg auch um diese ca. 4 km hätten abkürzen können, wenn wir es vorher gewusst hätten.

 Die Aussicht war herrlich und es gab wieder eine Stele mit interessanten Informationen zur Geschichte und Landschaft. Diese Stelen soll es bald an ganz vielen Stellen geben und den interessierten Wanderer eine Geschichte über seine Heimat erzählen. Eine sehr gute Idee. Ich habe sie teilweise auf meinen Fotos festgehalten und kann sie mir bei Bedarf ansehen.

Also nach vielem lesen und fotografieren geht es jetzt wieder in den Wald hinein. Ein einer Wanderhütte machen wir kurz Rast und ich kann testen, ob ich noch weiß, wie der Selbstauslöser funktioniert.

Der Weg war sehr gut mit einem von weitem sichtbaren Rechteck markiert und man benötigt keine Karte.

Weiter ging es aus dem Wald heraus durch Wiesen und Felder. Es gab auch ein Stück Asphalt. Das ist bestimmt bei sehr heißem Wetter nicht so schön zu gehen. Aber dafür ist der Weg sehr abwechslungsreich. Jetzt kamen auch verstreut liegende Gehöfte.  

Ein Hinweisschild zeigte uns den Weg zum Kochshof. Ein wirklich idyllisch gelegener grundsanierter Hof.

An den Feldrändern standen überall merkwürdige große Gestelle herum, die ich schließlich als moderne transportable Hochstände erkannte.

Bald ging es wieder in den Wald und man konnte überall sehen, dass der Weg sehr liebevoll befestigt und gestaltet worden ist, eine neu errichtete Brücke haben wir auch überquert.

Schließlich sahen wir den Stausee durch die Bäume schimmern und wir konnten ihn nach einigen Fotostopps auf der Staumauer überqueren.

Dort und beim Informationszentrum gab es wieder reichliche Informationen und ich habe mir von einem Mitarbeiter des Wupperverbandes eine Wanderkarte des Gebietes schenken lassen.

Auf der anderen Seite ging es dann stetig bergab, bis wir unten auf Wermelskirchener Gebiet auf Schlammwege kamen, die noch nicht in Ordnung gebracht worden sind. Durch das Helenental ging es den bekannten Weg vorbei an Maria in der Aue immer an der Dhünn entlang.

Überall lassen sich hier Hinweise auf die Pulvermühlen finden. Nach etwa 4,5 Stunden kamen wir dann wieder am Schöllerhof an. 

Es wäre natürlich schneller gegangen, hätte ich nicht so viel gelesen und fotografiert aber es war ein toller Tag.                                            

              

Obwohl sich manchmal der Himmel sehr zugezogen hatte, haben wir nicht einen Regentropfen abbekommen, es war ideales Wanderwetter. Und wenn es nicht so gewesen wäre, hätte es uns auch nicht gestört, wir sind ja schließlich nicht aus Zucker.

Ich glaube, ich habe schon eine Idee, wo die nächste Tour hingeht.



Hier geht es zum Track dieser Tour.


Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

   
© Familie Sudowe