2012-11-10

Uff, das wäre geschafft! Da habe ich mir doch vor Jahren die Beschreibung dieses neuen Wanderweges einschließlich Karte gekauft und immer vorgehabt, ihn in mehreren Etappen zu erwandern, aber es immer wieder aufgeschoben. Doch nun ist es endlich vollbracht. Es war allerdings nicht die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe, wie man nachfolgend unschwer erfahren kann.

Mit dem Bus der Linie 260 ging es zum Endpunkt der dritten Etappe, nach Neuboddenberg. Hier wurden wir wieder von der weithin sichtbaren Kirche St. Nikolaus begrüßt.

Ich muss zugeben, das Foto stammt noch von der dritten Etappe, denn leider war uns die Sonne heute nicht hold.

Nun ging es ein Stück an der B 51 entlang bis zum Abzweig nach Engstenbach. Hier konnten wir einen ersten Blick auf den Novemberwald werfen.

Als wir im Tal den Leimbach überquerten, ging es weiter die Straße hinauf und durch Engstenberg hindurch. Zu meinem Entsetzten musste ich feststellen, dass ein gesamtes Teilstück von 5 km Länge ausschließlich über die Straße führte. Was hat sich der Sauerländische Gebirgsverein nur dabei gedacht, als er diese Route als Wanderweg konzipierte? Zumal ich wusste, dass rechts von uns im Wald ein bequemer Wanderweg durch den Wald ebenfalls nach Uppersberg führt. Aber ich wollte es ja so.

Zum Trost konnte ich mich an den Herbstfarben um mich herum und

den immer noch auf den Weiden anzutreffenden Tieren erfreuen.

Die Straße führte uns durch Engstenberg,

wo es offenbar keine freilaufenden Kinder mehr gibt.

Die Straße endete unterhalb von Uppersberg, von da an ging es auf Feldwegen weiter zwischen den brachliegenden Äckern.

              Blick zurück nach Uppersberg         

                              Hier gibt es keine Deckung mehr

Jetzt ging es über die Odenthaler Straße durch Hummelsheim hindurch endlich, endlich in den Wald.

Offensichtlich war ich nicht die einzige, die sich darüber gefreut hat.

Bald trafen wir am Ortsende von Schlebusch auf die B 51, die wir über querten, um kurz darauf

einen ganz besonderen Anblick genießen zu können. Die ehemalige Sandgrube – jetzt Naturschutzgebiet – zeigte sich von den Vogelbeobachtungsstellen in den schönsten Herbstfarben.

Waldspielplatz

Wir befanden uns hier auf der Grenze zu Köln und wechselten auch zwischendurch die Seiten, überquerten die Bahnlinie und standen bald vor der

nächsten Kiesgrube, wo sich im Sommer die Sonnenhungrigen tummeln. An diesem Tag hatten wir den See ganz für uns allein. 

Weiter ging es an dem abgesperrten Gebiet von Dynamit Nobel entlang, über einen Bahnübergang und die Autobahn, durch das Sportgelände von Bayer  bis zum Flugplatz Kurtekotten.

Hier sah bereits alles nach Winterschlaf aus und so hielten wir uns auch nicht lange dort auf.

Am Ende des Flugplatzes bogen wir ab Richtung Köln und kurz vor dem Reiterhof von Bayer wieder nach rechts Richtung S-Bahn und von nun an hieß es wieder ausschließlich Asphalt treten.

Durch den Park beim Bayer Löwen mit den mehr,

und auch weniger komfortablen Wohnhäusern von ehemaligen oder auch aktuellen Werksangehörigen

gelangten wir bald zum ehemaligen Wiesdorfer Bahnhof.

Das Empfangsgebäude wurde 1914 eröffnet. Nach dem Bau des Bahnhofs Mitte hielt hier kein Zug mehr. Inzwischen gehört es Bayer und beherbergt verschiedene Bayer-Kultur-Vereine. Wie auch der beeindruckende Vorplatz steht es unter Denkmalschutz.

Da dies der erste gutgebaute Jüngling war, dem ich auf meiner Wanderung begegnet bin, habe ich mich gleich länger mit ihm beschäftigt.

So allmählich verließ mich dann doch die Lust an der Straßenlauferei auf diesem sogenannten Wanderweg. Zugegebenermaßen kam ich doch durch einige interessante Siedlungen, in die es mich wahrscheinlich sonst nie verschlagen hätte.

Ich wollte aber wenigstens noch durch die Kolonie III zum Elefanten gehen, dem ich bisher noch nicht so nahe gekommen bin.

Und hier steht er und zeigt mit seinem Hinterteil wieder Richtung Doktorsburg, was ihm die Nationalsozialisten, die dort residiert hatten, schwer übelgenommen hatten. Damals wurde er kurzerhand umgedreht und erst 2007 gelang es mit Hilfe eines Sponsors ihn wieder in die ursprüngliche Lage zurück zu versetzen.

An dieser Stelle habe ich aufgegeben. Die restlichen ca. 2 bis 3 km bis zum Neulandpark kenne ich wie meine Westentasche und jenseits des Bahnhofs Mitte stand unser Bus, der uns bis vor die Haustür bringen würde. Ich gebe zu, Vorhaben nicht ganz ausgeführt, der Kreis ist nicht geschlossen, aber damit werde ich leben können.

Fazit dieses „Wanderweges“: er gibt viele Einblicke in die Außenbezirke von Leverkusen. Es waren sehr schöne Abschnitte dabei, aber leider auch solche, die man als Wanderstrecke besser anders gelegt hätte. Außer bei meiner letzten Etappe fehlten vielfach die Wegmarkierungen an wichtigen Stellen.

Vielleicht fahre ich die Strecke leicht abgewandelt im kommenden Jahr mit dem Fahrrad ab.

Hier geht es zur Bildergalerie und hier zum Track des gesamten Rundweges.

   
© Familie Sudowe