2012-10-17

            

Ich habe ihn seit Jahren geplant und es immer wieder verschoben, er ist mir oft begegnet, ich habe ihn des Öfteren gekreuzt, manchmal hat er mich ein Stück begleitet: der Wanderweg „Rund um Leverkusen“ . Immerhin sind es insgesamt 62 km und wie man so gehört hat, soll er nicht nur schön zu laufen sein. Aber wenn man doch gern wandert und in Leverkusen lebt, dann sollte man ihn doch wenigstens einmal gegangen sein.

Und heute sollte die erste Etappe in Angriff genommen werden. Also rein in den Bus und ab Richtung Rhein. Unterwegs stieg eine überaus lustige Rentnerwandergruppe ein, die mich anhand meines Rucksacks sofort als eine der ihren erkannte und mich spontan zum mitwandern einlud. Zugegeben, vom Alter her hätte ich prima dazu gepasst – aber warum schrecken mich Knickerbocker und wanderzeichenbespickte Lodenhütchen so ab?

Zum Glück hatten wir unterschiedliche Ziele und so stieg ich alleine mit Jordy an der Rheinallee aus. Hinter der Wacht am Rhein trafen wir auch gleich auf unsere Wegmarkierung

Zum Wetter braucht man beim Betrachten der Bilder wohl nicht viel zu sagen. Grauer Himmel, strichweise Regen und eine ordentliche Prise Wind.

Die schönen Ausblicke auf den Rhein mit den vielen Schiffen und der so ganz andersartigen Natur um mich herum versöhnte mich mit dem Asphaltweg und dem Wetter.

Natürlich musste ich auch einen Abstecher zu der Schiffsbrücke bei Rheinkilometer 702,5 machen. Die liegt zwar nicht auf dem Wanderweg, sondern führt über die alte Wuppermündung, aber ich bin mir sicher, dass der Wanderweg spätestens im nächsten Jahr umgelegt und dann über die Brücke führen wird.  

               

Rechts sieht man die Tjalk „Freiheit“ und daneben den Aalschokker „Recht“. Die neu erbaute Schiffssteganlage mit den 80 bis 100 Jahre alten Schiffen hat zwar schon Richtfest gefeiert, da sie aber noch eine Baustelle ist, werden wir wohl erst im nächsten Jahr hinübergehen können.

Also zurück auf den Wanderweg und parallel zur Autobahn ging es weiter Richtung Pontonbrücke. Auf ihr haben wir die Wupper überquert, die ein kleines Stück weiter in den Rhein mündet.

 

Weiter ging es am Rhein entlang Richtung Fähre. Es war ganz schön  was los auf dem Fluss, zeitweise hatte ich Sicht auf zehn Schiffe, aber die ließen sich mit meiner kleinen Kamera nicht einfangen. Deshalb hier nur stellvertretend eines. Bei soviel Action um uns herum kamen  wir nicht besonders schnell voran.

Hinter der Fähre passierten wir den romantischen kleinen Hitdorfer Hafen und das bei diesem Wetter verständlicherweise geschlossene Krancafé. 

Jetzt ging es weiter die Rheinstr. entlang bis wir hinter den letzten Häusern am nördlichen Ortsende von Hitdorf den Rhein leider verlassen mussten.

Was jetzt begann, war ein Kontrastprogramm zum bisherigen Weg. Langweilige Wege zwischen abgemähten Feldern, vorbei an den riesigen Komplexen von Schwarz-Pharma und Bayer. Ausgerechnet jetzt kam zum ersten Mal an diesem Tag die Sonne hervor. Wir passierten auf der rechten Seite einen unzugänglichen Baggersee und zur linken die Versuchsfelder von Bayer. Erst als wir am Schloß Laach vorbei kamen, kam der Photoapparat wieder zum Einsatz.

Weiter ging es durch Voigtslach Richtung Rheindorf. Warum der Wanderweg auf asphaltierten Feldwegen Richtung Autobahnbrücke führte und nicht  an den Hitdorfer Seen entlang, muss man wohl nicht verstehen. Ich weiß, wie schön dort die Wege am Wasser entlang sind. Aber ich habe mich schließlich dazu entschlossen, diesmal den ausgeschilderten Weg zu gehen. Apropos ausgeschildert – an einigen markanten Kreuzungen fehlten die Wanderzeichen. Aber ich hatte ja das Heft mit der Beschreibung dabei.

Nachdem wir die Autobahn überquert hatten, kamen wir schnell zur Peenestraße in Rheindorf, von wo uns der Bus bis vor unsere Haustür brachte. 13 km haben wir bei unserem ersten Teilstück zurückgelegt.

Fazit von der ersten Etappe: wir sind zwar überwiegend auf Asphalt gelaufen, aber der Weg am Rhein entlang ist einfach bei jedem Wetter immer ein Erlebnis. Durch die Felder wäre ich lieber mit dem Rad gefahren, aber das kann man ja immer noch mal tun. Auf jeden Fall sind wir auf den nächsten Abschnitt gespannt.

Hier geht es zum Track des gesamten Rundweges.


   
© Familie Sudowe