2012-09-23

Fünf Jahre sollte es dauern, bis ein alter vergessener Zeitungsausschnitt den Weg aus der Schublade in den Rucksack fand. Und heute sollte der große Tag sein, an dem die damals gut gemeinten Wandervorschläge in die Tat umgesetzt werden sollten. Mutig wie wir sind, wagten wir uns ohne Vortour und ohne Karte mit gleich neun Wandersleuten allein mit diesem Zeitungsausschnitt auf die Strecke.

In Fahrgemeinschaften (schließlich sind wir umweltbewusst) ging es zum Wanderparkplatz Wupperhof. Der war sehr gut besetzt, denn wir waren an diesem Sonntag nicht die einzigen Freizeitsportler, die das erste Herbstwochenende für einen Ausflug nutzen wollten.

Wir suchten unsere Wegmarkierung A2 und ab ging es in den Wald. Recht schnell führte uns das Zeichen neben einem Siefental einen steilen Berg hinauf . Der Redefluss versiegte und die Hüllen fielen.                                                                                                                 

Auf halber Höhe überquerten wir einen breiten Fahrweg und immer weiter ging es den Buchenwald hinauf. Über eine Holzbrücke querten wir ein Siefenbächlein und stießen endlich auf den alten Klingenpfad. Jetzt gesellte sich zu dem vertrauten A2 das „S" für den Solinger Klingenpfad, dem wir eine ganze Weile folgen sollten. Dieser alte Wanderweg ist ein Rundweg um Solingen und  60 km lang.  Hoffentlich finden wir den Ausstieg aus diesem Weg so gut wie den Einstieg sonst sind wir nächste Woche noch unterwegs.

Eine alte Brunnensäule erinnerte an die Erbauung des Klingenpfades in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts. Ein Fotostopp wurde eingelegt um wieder zu Atem zu kommen aber dann ging es ungemindert weiter stetig bergauf.

Wir trafen auf einen Schleifstein mit einer Bronzetafel in der Mitte, die den Erbauern des Klingenpfades ab 1934 gewidmet war. Der eingravierte altertümliche Spruch erzeugte bei dem ein oder anderen Gänsehaut: „Der du sorglos gehest und fröhlich den Weg, oh Wanderer, trunkenen Auges der Schönheiten tausend im Tal, wisse mit Mühe und Plag schufen ihn arbeitsheischende Hände, derer, die das Schicksal geschlagen, erwerbslos". (whow)

Die Sorglosigkeit kam uns glücklicherweise aber nach den ersten paar Metern wieder zurück und wir konnten die Schönheiten im Tal trotzdem genießen.

Zwischendurch haben wir auch eine Mittagsrast zwischen den Häusern einer kleinen Hofschaft eingelegt. Das hat allerdings für ziemlich viel Aufruhr gesorgt, weil gefühlte zehn Hofhunde unsere Anwesenheit melden wollten. Weiter ging es bergauf und -ab, wie es im Bergischen Land eben so üblich ist. Glücklicherweise fanden wir auch den Abzweig vom Klingenpfad, so dass wir voraussichtlich doch noch in den eigenen Betten würden schlafen können.   

                                                                                         

Wir sahen die Burg Hohenscheid auf dem Berg vor uns liegen, als wir durch das Tal und die drei Ortschaften Balkhausen gingen. Zurück im Wald, kamen wir schließlich wieder an die Wupper heran, an den Standort des ehemaligen Bilsteiner Kottens, jetzt ist hier nur noch ein Wehr. Noch 200 Meter ging es an der Wupper entlang, bis wir wieder auf den Wanderparkplatz stießen.

Selbstverständlich wollten wir noch Kaffeetrinken, bevor wir uns auf die Heimreise begaben. Da nachmittags tatsächlich die Sonne noch herauskam, konnten wir uns – wahrscheinlich zum letzten Mal für dieses Jahr – in den Biergarten setzen.

Der Tag war so schön, dass ich mir sehr gut vorstellen kann, den Klingenpfad bald wieder aufzusuchen.

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