31.08. bis 07.09.12

                  

Mit einer Gruppe von insgesamt 20 Personen sind wir am Freitag in eine Aktiv-Woche ins Alte Land gestartet. Obwohl diese Fahrt als Aktiv-Urlaub angekündigt war, wollte diesmal auch Hans mit und natürlich Jordy.

Fast alle haben sich zu einem gemeinsamen Start um 08.45 Uhr an der Autobahn getroffen und mit Fahrgemeinschaften ging es auf die Piste.

In Worpswede haben wir die Anfahrt gegen 13 Uhr unterbrochen, nicht nur um unsere Körper zu stärken, sondern auch um das bekannten „Dorf“ durch eine Orts- und Kunstführung näher kennen zu lernen. Doch hat uns der Wettergott einen recht feuchten Strich durch unsere Rechnung gemacht, denn kaum waren wir in Worpswede angekommen, öffneten sich die Himmelsschleusen. Das war ja ein toller Auftakt.

Als wir uns nach dem ausgiebigen Regenguss mit unserem Führer trafen, einigten wir uns auf einen Rundgang durch die Kunstausstellung des  Museums. Auf diese Weise blieben wir wenigstens trocken und erfuhren trotzdem viel über die Entwicklung des Ortes vom Bauerndorf imTeufelsmoor zur berühmten Künstlerkolonie, denn die Ausführungen waren alles andere als trocken.

Laut Wetterbericht sollte der Freitag der einzige Regentag unserer Tour bleiben und wie sich am Ende herausstellte, hat sich das bewahrheitet.

Nach der Führung ging es zum Endspurt wieder auf die Autobahn und am späten Nachmittag kamen wir in Stade an. Die Zimmer wurden bezogen und wir trafen uns alle zum gemeinsamen Abendessen und ließen in gemütlicher Runde den Tag ausklingen.

Samstag, 01. September 2012

Natürlich wollten wir am ersten Tag Stade kennenlernen. 

Am Vormittag trafen wir uns vor der Stadtinformation mit unserer Führerin. Sie trug die kostbare Altländertracht, über die sie uns als echtes Stader Kind viel erzählen konnte. Dann führte sie uns durch die kleine historische Altstadt mit den vorbildlich restaurierten Häuserfassaden und zeigte uns die wunderschönen Plätze des vom Wasser umgebenen Stadtkerns.

Stade, die mehr als 1000-jährige Handelsstadt an der Schwinge trägt seit 2009 die offizielle Bezeichnung Hansestadt Stade.

Am Nachmittag fuhren wir mit den Autos zum Schloss Agathenburg. Hier erfuhren wir bei einer Führung alles über die Geschichte von Glanz und Untergang der barocken Grafenfamilie von Königsmarck.

Für den einen oder anderen von uns war das nach einiger Zeit dann doch nicht ganz so spannend, und so wurde die Gruppe der Zuhörer dann unauffällig immer kleiner. Am Ende fanden wir uns aber alle einträchtig wieder im Museumscafé ein.

Nach der Rückfahrt war es dann auch bald Zeit fürs Abendessen. Danach wurde die Spielerunde eingeläutet und Skip-Bo, Rummy-Cup und Phase 10 kamen auf den Tisch.

 

Sonntag, 02. September 2012

Für heute war unser erster Tag der Fahrradtour geplant. Über die Hälfte der Gruppe startete mit Leihrädern auf die 50 km lange Elbinselroute.

Unser  Weg führte an Pferde- und Viehweiden, Naturschutzgebieten, Badestrände an der Elbe bei Krautsand, große Schilfwiesen, alten Häfen, vielen Reetdachhäusern und knorrige Weiden vorbei. Leider haben wir nicht allzu viel von der Elbe zu sehen bekommen, denn der Fahrradweg verlief hinter dem Deich. An den Außenmauern der Festung Grauerort kamen wir auch vorbei. Ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht, dass Hans mit Jordy die Festung an diesem Tag durch eine Führung von innen kennenlernte. Zurück ging es landeinwärts durch das Kehdinger Hochmoor  mit seinem vereinzelt liegenden Gehöften und idyllischen Birkenalleen.

Natürlich haben wir zwischendurch immer wieder Pausen gemacht und uns gestärkt. Aber wir waren doch etwas unter Zeitdruck, schließlich hatten wir für den Abend ja noch einiges geplant.

Nach unserer Rückkehr haben wir mit dem Rest der Truppe Erlebnisse ausgetauscht. Fast alle waren auf dem Flohmarkt, der sich über den gesamten Altstadtbereich ausgedehnt hat und haben Stade in aller Ruhe auf sich wirken gelassen und waren essen oder kaffeetrinken.

Gegen 17 Uhr fuhren 3 Autos mit 12 Personen nach Hamburg zum „König der Löwen“. Das war natürlich ein  besonderer Höhepunkt. Unsere Erwartungen wurden noch übertroffen von den überdimensionalen Tieren, der Choreografie, dem Bühnenbild und natürlich auch der Musik. Es war ein großartiges Erlebnis, dass man nicht beschreiben kann. Es hat uns allen durch die Bank sehr gut gefallen.

             AUF-Lion-King

Montag, 03. September 2012

2. Tag unserer Fahrradtour.  Für heute stand die Mühlenroute mit 55 km auf dem Plan. Wind- und Wassermühlen sollten die reizvollen Etappenziele dieser Tour sein, die von der Stade aus entlang an einsamen Hochmooren, der idyllischen Schwingeniederung und durch die sanft wellige Stader Geest führt.


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Die erste Mühle kam recht schnell, so dass die mitgeführten Flaschen Sekt bzw. O-Saft keine Gelegenheit zum warmwerden hatten. So kann man eine Radtour doch auch beginnen. Denn heute hatten wir schließlich Zeit. Nicht schlecht gestaunt haben wir, als wir unterwegs auf eine Gruppe von uns stießen, die mit einer Wanderkarte in der Hand verzweifelt den Einstieg in ihren Wanderweg gesucht haben. Aber ihnen konnte geholfen werden.

Wir kamen auf unserer Mühlentour auch an vielen Windkrafträdern vorbei und nachdem wir auch die Windmühle Amanda in Grefenmoor, Windmühle Anna Maria in Mulsum, Wassermühle und Badesee in Fredenbeck  besichtigt hatten, ließen wir uns zu unserem wohlverdienten Kaffee oder Eis nieder.

Bei unserer Rückkehr erfuhren wir von der Wandergruppe, dass sie ihren Weg doch noch gefunden und ebenfalls einen tollen Tag verbracht hatten.

Dienstag, 04. September 2012

Der dritte und letzte Tag unserer Fahrradroute sollte über 65 km gehen und auf der Obstroute durch den Obstgarten Altes Land führen. An einem Seniorenspielplatz machten wir unsere erste Rast und weil es gestern so gut geklappt hatte, ließen wir auch heute den Sektkorken knallen. Nachdem sich alle ausgetobt hatten ging es weiter. Wir kamen immer wieder durch vorbildlich gepflegte Siedlungen, in denen scheinbar keine armen Menschen wohnten und an den alten und restaurierten landestypischen Fachwerkhäusern vorbei mit ihren auffallend eigentümlichen Säuleneingängen. Aber in erster Linie ist die Obstroute die ideale Strecke, um das Alte Land in all seiner fruchtigen Pracht zu erradeln. Vorbei an Kirsch- und Apfelbäumen fuhren wir bis Jork, wo wir uns mit dem Rest der Truppe getroffen haben. Hier war ein Besuch auf dem Herzapfelhof geplant.herzapel-am-baum-ohne-aufkleber 580x240 20091214-150355 000000

Der Obstbauer Hein Lühs persönlich ließ es sich nicht nehmen uns zu begrüßen und über seinen prächtigen Hof zu führen. Wir erfuhren alles über den Obsthof und Obstanbau an sich. Wir hatten einen Riesenspaß, als er uns in seinen Obstkistenzug einlud, um uns über das Gelände zu fahren und uns seine Schätze zu präsentieren. Das war wirklich eine gelungene Sache. Am Ende wurden wir noch in eine Scheune zum Gulaschsuppeessen eingeladen. Die schmeckte so gut, dass wir kräftig zulangten. Als Nachtisch gab es natürlich Äpfel.

Nachdem wir uns noch im Hofladen umgesehen hatten, trennten sich unsere Gruppen wieder. Die Radfahrer fuhren weiter auf der Obstroute bis zum Fahrradhändler, um die Räder zurückzugeben. Obwohl die drei Fahrradtage wunderschön waren, sahen unsere Kehrseiten das doch oft anders und waren froh, dass sie den ungewohnten Sätteln entronnen waren.

Nach dem Abendessen im Hotel gab es wieder Spiel und Spaß bis zum Schlafengehen.

Mittwoch, 05. September 2012

Dieser Tag hielt einen ganzen Sack voller bunter Programmpunkte für uns bereit.

Los ging es am Vormittag mit einer Fleetkahnfahrt durch den Burggraben, der die Innenstadt  von Stade umsäumt.  Das Boot war gerade so groß, dass wir alle bequem hineinpassten und der Kahn-Kapitän erzählte sehr anschaulich altes und neues über die Stader Häfen und Befestigungsanlagen aus der Schwedenzeit. Während wir uns durch die idyllische Flusslandschaft  schippern ließen, hielt   er nicht mit seinem reichen Schatz an Witzen hinter dem Berg. Hier nur stellvertretend einer:

Beobachtet ein Bademeister im Schwimmbad einen Badegast, der am Beckenrand auf und ab geht und immer wieder staunend sagt: „Donnerwetter, Donnerwetter, das hätte ich nicht gedacht“. Daraufhin fragt der Bademeister den Gast, was ihn denn so erstaunt. Der antwortet: „heute hat meine Frau erst schwimmen gelernt, und jetzt taucht sie schon eine halbe Stunde. Das hätt ich wirklich nicht gedacht.“

Nach dieser tollen Fahrt mit dem fröhlichen Schiffer fuhren wir mit den Autos nach Buxtehude. Dort machten wir zuerst auf eigene Faust einen Stadtbummel, bis wir von einer altländischen Führerin übernommen wurden, die uns die historische Altstadt näherbrachte. Jetzt wissen wir auch endlich, warum in Buxtehude die Hunde mit dem Schwanz bellen und wie das damals mit dem Wettrennen von Hase und Igel war.

Nach Buxtehude ging es weiter nach Estebrügge. Hier wartete schon der nächste Altländer auf die Gelegenheit, uns in seinem eigenen Heimatmuseum von Land und Leuten zu erzählen. Sein Museum war klein, aber seine Redelust umso größer. Da wir noch einige andere Programmpunkte zu absolvieren hatten, mussten wir ihn dann doch sanft ausbremsen, sonst säßen wir wahrscheinlich jetzt noch dort.

Als nächstes ging es nach Steinkirchen in die Kirche St. Martini et Nicolai. Arp Schnitger (1648-1719) war in der Zeit des Barock der bedeutendste Orgelbauer in Norddeutschland. Ich hatte mich sehr auf ein Orgelkonzert gefreut, jedoch gingen auch dem Organisten vor lauter Begeisterung über die Geschichte die Pferde durch, so dass er so viel erzählte, dass am Ende nur wenig Zeit zum spielen blieb. Es war aber dennoch ein tolles Erlebnis.

Anschließend fuhren wir nach Jork, wo im Restaurant Fährhaus Kirschenland ein ganz besonderes Highlight auf uns wartete. Ein Dreigängemenü der Extraklasse wurde uns im festlich geschmückten Speisesaal serviert, wie wir es nun wirklich nicht erwartet hatten. Das Essen, der Service und das ganze Drumherum waren einfach nicht zu toppen. Am Ende gingen die Lichter aus und die Eisbombe wurde hereingetragen – ein wirklich bombastischer Tagesabschluss.

 

Donnerstag, 06.09.2012

Für heute, unserem letzten Tag, stand Hamburg auf dem Plan. Die Fahrt mit der S-Bahn dauerte eine Stunde. Am Bahnhof in Hamburg stiegen wir in einen Doppeldeckerbus und starteten zur Stadtrundfahrt. Die Fahrt vorbei an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten dauerte 1 ½ Stunden. Danach war der Nachmittag zur freien Verfügung, den wir in einzelnen größeren und kleineren Gruppen verbrachten. Um 18 Uhr fanden wir uns alle zum Essen im Restaurant „Fischerhaus“ in der Nähe der Landungsbrücken ein. Nach dem Essen gab es noch eine Stippvisite auf der Reeperbahn, bis uns die S-Bahn wieder zurück nach Stade brachte.

Leider war damit unsere Aktiv-Woche schon zu Ende. Und aktiv waren wir nun wirklich. Es war für jeden von uns etwas dabei. Wir haben einen Eindruck von Land und Leuten erhalten und  das Wetter hat auch mitgespielt. Es war insgesamt  eine runde Sache.

Freitag, 07. September 2012

Heute heißt es Abschied nehmen. Nach dem ausgiebigen gemütlichen Frühstück trennen sich unsere Wege. Ein Teil hat noch andere Pläne, der Rest fährt wieder in Fahrgemeinschaften zurück.

Die Sudowes haben noch einen Abstecher zur Schiffsbegrüßungsanlage „Willkomm Höft“ in Wedel Soltau gemacht. Wir sind mit der Autofähre über die Elbe gefahren und hatten dann eine sehr nette Begegnung mit dem ehrenamtlichen „Kapitän“, der höchstpersönlich die ankommenden Schiffe begrüßt. Da immer weniger große Schiffe in den Hamburger Hafen einfahren (dafür werden sie immer größer) hatte er nicht viel zu tun und war recht froh, dass er uns alles zeigen und erklären konnte. Er hatte riesige Karteikästen mit Namen und Daten sämtlicher großer Schiffe, die auf den Weltmeeren verkehren und über hundert Musikbänder mit den Nationalhymnen. Jedes Land wird in seiner eigenen Landessprache begrüßt, sogar das einzige Schiff, das unter mongolischer Flagge fährt. Wir hatten auch das Glück, ihn bei der Arbeit beobachten zu können.

Aber danach ging es für uns auch nach Hause.

   
© Familie Sudowe